Wirte im Bezirk Hollabrunn in den Startlöchern. „Uns fällt noch die Decke auf den Kopf“, hofft der Maissauer Wirt Karl Aigner, dass er bald wieder aufsperren darf. Ähnlich ergeht es Haubenkoch Johannes Winkelhofer.

Von Günter Rapp. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:04)
Gastwirt Karl Aigner wartet schon sehnlichst auf die Erlaubnis, wieder aufmachen zu können.
Rapp

„Ich würd’ so gern wieder einmal in einem Kaffeehaus sitzen; oder ein Achterl Wein mit Freunden trinken.“ Sätze wie diese hört man nach knapp einem Jahr Pandemie immer öfter, vor allem, weil die Gastronomie seit November geschlossen ist und immer noch nicht öffnen darf. Die NÖN fragte bei den Gastronomen im Bezirk nach, wie es ihnen während der Lockdowns ergangen ist und wie sie in die Zukunft blicken.

Für Karl Aigner, Gastwirt des Lokals „Zum Koarl“ am Berg in Maissau ist der Lockdown schlichtweg eine Katastrophe. Etwas über die Runden kommt er durch Belieferung der Volksschulen Maissau und Reinprechtspölla sowie der Kindergärten in Maissau, Unterdürnbach und Burgschleinitz. „Wir haben jetzt seit November 2020 geschlossen“, sagt Aigner, der zusätzlich aus dem Raum Maissau einige Kunden mit Mahlzeiten versorgt. „Aber das ist alles nicht so, als wenn das Lokal geöffnet wäre. Während der Woche ist die Nachfrage nach Essen zum Abholen und per Hauslieferung sehr schwach.“

Haubenkoch Johannes Winkelhofer im Holzfälleroutfit vor dem gleichnamigen Landgasthaus.
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Aigner hofft, dass es bald wieder möglich ist, das Lokal zu öffnen. „Sonst fällt uns noch die Decke auf den Kopf.“ Behalten hat er alle Mitarbeiter, sie sind in Kurzarbeit. In den vergangenen Jahren musste der Gastwirt viel ins Lokal und die Parkplatzbeleuchtung investieren. „Im Herbst habe ich noch meinen 50. Geburtstag gefeiert, eine Woche später habe wir zusperren müssen.“ Ganz verstehen kann Aigner die Zwangsschließung nicht. „Wir hatten doch schon so viele Auflagen bekommen, da hätten wir geöffnet lassen können.“ Jetzt lasse er die nächsten Wochen auf sich zukommen. „Geschehen muss jetzt bald mal etwas“, sagt der einzige Gastwirt in der Amethyst Stadt Maissau.

Johannes Winkelhofer, zweifacher Haubenkoch im gleichnamigen Landgasthof in Eggendorf am Walde, hat seinen Betrieb zwar geschlossen, aber langweilig wird ihm nach eigenen Angaben nicht: „Wir betreiben ja auch eine Landwirtschaft mit Rindern, arbeiten im Weingarten und Wald“, sagt Winkelhofer, den die NÖN gerade antraf, als er von der Waldarbeit heimkehrte. Natürlich wäre er froh, wenn er sein Landgasthaus wieder öffnen könnte, so wie seine Mitarbeiter, die sich derzeit in Kurzarbeit befinden.

„Froh, wenn es bald wieder losgeht“

„Das Gasthaus ist schließlich auch ein Treffpunkt für Menschen, die sonst ganz alleine sind“, weiß der Kochkünstler, der für seine regionalen Produkte als Grundlage für unvergleichliche Gerichte bekannt ist. Winkelhofer ist aber optimistisch gestimmt, dass sein Landgasthof bald wieder mit Gästen gefüllt ist.

Etwas Gutes kann Johannes Winkelhofer dem Lockdown dennoch abgewinnen. „Jetzt habe ich viel mehr Zeit für meine Familie, freue mich aber natürlich schon, wenn es wieder losgeht.“ Wenn das noch vor Ostern wäre, würde es alle freuen: den Haubenkoch und seine Mitarbeiter, die endlich wieder für ihre Gäste da sein wollen.

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