Hausgnost in Guntersdorf ist Wirtshaus des Jahres. Manfred Hausgnost hat eine Haube, das Wirtshaus des Jahres 2021 und eine große Baustelle.

Von Sandra Frank. Erstellt am 10. Dezember 2020 (05:10)
Sprachlos über die tolle Auszeichnung: Der Restaurantführer Glaut&Millau kürte das Gasthaus von Martina und Manfred Hausgnost zum Wirtshaus des Jahres 2021.
Astrid Bartl

„Die Freude ist natürlich riesengroß!“ Und diese ist dem Guntersdorfer Haubenkoch Manfred Hausgnost deutlich anzuhören. Er hielt nämlich nicht nur die Haube – mit 12,5 von 20 Punkten – in Guntersdorf, der bekannte Restaurantguide Gault&Millau kürte das Gasthaus an der Kreuzung auch zum „Wirtshaus des Jahres 2021“. „Das ist schon etwas Besonderes und eine große Geschichte.“ Immerhin teste der Restaurantführer Gasthäuser in ganz Österreich.

„Das ist schon etwas Besonderes und eine große Geschichte.“Manfred Hausgnost

Nicht nur Hausgnost selbst, sondern auch seine Familie und das ganze Team sind begeistert. „Wir sind sehr stolz auf diese tolle Leistung“, gratuliert auch Bürgermeister Roland Weber zu der Auszeichnung.

Haubenkoch Manfred Hausgnost ist in seiner Küche in seinem Element.
Astrid Bartl

Martina und Manfred Hausgnost waren über diesen besonderen Preis sehr überrascht. „Wir sind beide immer noch sprachlos“, erzählt der Koch im NÖN-Gespräch. Immerhin sei sein Gasthaus ein „ganz normales“. Heuer dürfte sich der Fokus des Gault&Millau auf normale, bodenständige Wirtshausküche verlegt haben. „Auch der Koch des Jahres ist kein fünf Sterne-Tempel. Er fährt eine ganz andere Linie“, spricht Hausgnost von Max Stiegl. Der verarbeitet im burgenländischen Gut Purbach, das mit vier Hauben ausgezeichnet wurde, nämlich das gesamte Tier.

„Ich finde es schön, dass jetzt andere Werte zählen und nicht nur Perfektion“, sagt Hausgnost, dem es wichtig ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis zur Region passt. Und damit spricht der Haubenkoch ein Thema an, das – neben dem tollen Essen – für seine Gäste am wichtigsten ist: der Preis. „Nein, wir werden nicht teurer, nur weil wir diese Auszeichnung haben. Daran denken wir nicht einmal“, stellt er klar.

„Landgasthäuser wie dieses müssen immer öfters gesucht und erfreulicherweise manchmal auch gefunden werden“, beschreibt der Gault&Millau das Gasthaus an der Kreuzung. Das Weinangebot sei attraktiv, der Service freundlich und charmant. Die Spargelterrine mit Rohschinken und Bärlauchpesto sei ausgezeichnet gewesen; der Besuch insgesamt beeindruckend.

„Es ist eine wunderschöne G’schicht, der Oskar fürs Lebenswerk“, ist Manfred Hausgnost dankbar für die Wertschätzung, die für das gesamte Team eine gute Motivation für die nächsten Jahre sei.

Wer das Gasthaus in Guntersdorf kennt, der weiß: Es ist eigentlich immer voll, egal zu welcher Zeit. Das ist derzeit natürlich nicht so. Die Speisen können nur abgeholt werden. „Das läuft gut“, sagt der Haubenkoch. Er sieht die Situation „nicht so schlimm“.

„Andere gehen laufen, ich auf die Baustelle“

Es gibt die Kurzarbeit, die Unterstützung der Regierung sei gut. Die Zeit, die er nun weniger in der Küche steht, verbringt er mit seiner Familie – und auf der Baustelle. „Andere gehen laufen. Baustellen sind mein Ausgleich zum Kochen“, erzählt er schmunzelnd. Derzeit haben die Hausgnosts gleich nebenan eine Großbaustelle: Weil es frei wurde, haben sie das Nachbarhaus dazu gekauft. Was daraus entsteht? Vier Apartments, mit viel Glas, inklusive Terrasse und Küche. „Das ist sicher ein sinnvolles Projekt“, denkt Hausgnost daran, dass das Weinviertel als Tourismusregion im Kommen sei. Im Frühjahr 2022 sollen die Apartments fertig sein. „Dann wollen wir in die Saison starten“, sagt Hausgnost über das Zukunftsprojekt.

Spannend werde im nächsten Jahr auch, wie sich der Betrieb entwickelt, wenn sich der Verkehr auf die Weinviertler Schnellstraße S3 – der Anschnitt Hollabrunn-Guntersdorf wird am 18. Dezember für den Verkehr freigegeben – verlagert und nicht mehr durch den Ort führt. „Wie das wird, kann ich noch nicht sagen; so etwas haben wir ja noch nie erlebt.“