Grüne entäuscht: Kein Nein zu einer neuen Autobahn. Peter Loy rief Gemeinderat auf, sich gegen geplantes Transitprojekt auszusprechen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 03. April 2019 (05:03)
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Peter Loy (Die Grünen) machte auf Probleme der geplanten Waldviertelautobahn aufmerksam.

Eine Waldviertelautobahn soll eine hochrangige Verbindung zwischen der S 3 Weinviertler Schnellstraße und der S 10 Mühlviertler Schnellstraße bilden. Der Korridor verläuft von Stockerau über Hollabrunn, Horn und Gmünd bis nach Freistadt. Severin Mayr, Verkehrssprecher der Grünen OÖ, bezeichnete dieses Projekt bereits im Februar als „Irrwitz für Mensch und Umwelt“. Peter Loy blitzte nun mit seinem Dringlichkeitsantrag im Hollabrunner Gemeinderat mit einem „Nein zur Planung einer Waldviertelautobahn“ ab.

„Die Menschen in Hollabrunn und vor allem den westlich gelegenen Katastralgemeinden wären unmittelbar vom Transitverkehr betroffen“, verlas der ehemalige Umweltgemeinderat. Fruchtbare landwirtschaftliche Flächen, Wiesen und Wälder würden unwiderruflich zerstört, die Bevölkerung wäre mit Lärm und Abgasen konfrontiert. Dass das Thema ein dringliches ist, zeige sich für die Grünen auch darin, dass in den Katastralgemeinden Oberfellabrunn, Groß und Kleinstelzendorf Unterschriftenlisten gegen die geplante Autobahn kursieren. „Auch wenn die konkrete Planung noch nicht vorliegt, ist es wichtig, schon frühzeitig gegen die Waldviertelautobahn auf Hollabrunner Gemeindegebiet aufzutreten“, befindet Loy.

  „Ich finde es schade, dass die ÖVP das Problem ignoriert und nicht einmal eine Diskussion im Gemeinderat zulässt.“ Peter Loy, Die Grünen  

Doch nur die Liste Scharinger, Rot und Grün erachteten die Causa als dringlich. Die beiden ÖVP-Gemeinderäte, die in Oberfellabrunn leben, Thomas Bauer und Roman Satzinger, enthielten sich bei der Abstimmung.

„Ich finde es schade, dass die ÖVP das Problem ignoriert und nicht einmal eine Diskussion im Gemeinderat zulässt“, meinte Loy nach der Sitzung. Eine Autobahn bringe Lärm und Abgase in bis zu neun Kilometern Entfernung. Er ist sicher: Je eher die Hollabrunner Bedenken anmelden, desto eher könne die Transitstrecke „vor unserer Haustüre“ verhindert werden.