Frauen-Mangel bei Hollabrunner SPÖ?. Scheidende SPÖ-Stadträtin bedauert, dass nur eine rote Frau in den Gemeinderat einzieht.

Von Sandra Frank. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:36)
Wer für die SPÖ in den Hollabrunner Gemeinderat einziehen wird, steht seit Sonntag fest (v.l.): Erich Wally, Friedrich Dechant, Maria Klaus, Anton Krammer und Alexander Eckhardt sind bereit.
SPÖ Hollabrunn

Für die Sozialdemokraten galt es, sechs Mandate im Hollabrunner Gemeinderat zu verteidigen. Doch am Wahlsonntag erhielt die Hollabrunner SPÖ 308 Stimmen weniger (-4,64%) als noch 2015.

Das kostete die Gruppe rund um Spitzenkandidat und Stadtparteiobmann Friedrich Dechant ein Mandat. Seit Sonntag steht fest, wer diese annehmen wird.

„Wir werden weiterhin konstruktive und, wenn nötig, kritische Oppositionsarbeit leisten.“
SPÖ-Klubobmann Alexander Eckhardt

Friedrich Dechant feiert nach fünfjähriger Pause ein Comeback im Gemeinderat; außerdem soll er die Funktion eines Stadtrats bekommen. Klubobmann Alexander Eckhardt ist der Einzige aus der vergangenen Periode, der dem Gremium erneut angehören wird. Erich Wally, Anton Krammer und Maria Klaus sind Newcomer.

Wer den Wahlkampf beobachtet hat, dem fällt auf: Petra Esberger, die auf Platz drei kandidierte, und Samira Brandau, sie stand auf Platz fünf, ziehen nicht in den Gemeinderat ein. „Sie haben sich dazu entschieden, auf ihr Mandat im Gemeinderatsteam vorübergehend zu verzichten“, heißt es in einer Aussendung der Roten. Die beiden Frauen werden der Sozialdemokratie und der Frauenorganisation aber als engagierte Kräfte erhalten bleiben.

Einzige Frau im Gemeinderatsteam

Einzige Frau im Gemeinderatsteam ist nun Maria Klaus aus Raschala. Die 64-Jährige ist stellvertretende Vorsitzende des Hollabrunner Pensionistenverbandes. „Sie ist tagtäglich mit den Anliegen und Wünschen unserer älteren Generation umgeben, auch diese Gruppe braucht eine starke Vertretung im Gemeinderat“, findet Eckhardt.

Erich Wally beschreibt er als „einen engagierten und akribisch arbeitenden Bürgervertreter“. Der 59-Jährige möchte sich für eine Infrastrukturoffensive im Bereich Gehsteige, Straßen und Güterwege in der gesamten Stadtgemeinde einsetzen.

Fünfter im Bunde ist Anton Krammer. „Er ist eine tolle Bereicherung für unser Gemeinderatsteam“, meint der Klubobmann. Der 51-Jährige will als Familienvater zweier junger Kinder Sprachrohr aller Familien im zukünftigen Gemeinderat sein. Sein Herzensanliegen ist die Aufwertung und Leistbarkeit der Kinderbetreuung vom ersten bis zum zehnten Lebensjahr.

„Unser Gemeinderatsklub ist für die kommende Periode gut gerüstet; wir werden weiterhin eine konstruktive und, wenn nötig, kritische Oppositionsarbeit leisten“, verspricht Eckhardt.

Die NÖN wollte vom Klubobmann wissen, warum er der einzige Mandatar aus der vergangenen Gemeinderatsperiode ist, der in den nächsten fünf Jahren die Anliegen der Bürger vertreten wird. Immerhin waren die beiden Gemeinderäte Elke Eckhardt (Platz 9) und Hannes Biller (Platz 10) sowie Stadträtin Elke Stifter (Platz 11) vor Maria Klaus (Platz 12) gereiht.

„Alle drei haben bereits vor der Wahl bekannt gegeben, auf ein neues Mandat zu verzichten“, erklärt Eckhardt. Darum hätten die drei auch weiter hinten auf der Liste kandidiert. Er ergänzt: „Sie möchten neuen Kräften die Chance geben, sich im Gemeinderat zu beweisen.“

„Ich bin mit Leib und Seele Bezirksfrauenvorsitzende und das werde ich auch bleiben“, sagt Elke Stifter. Die scheidende Stadträtin findet es sehr schade, dass zwei Frauen das Mandat nicht angenommen haben, aber nur eine nachrückt. Generell sind ihr zu wenig Frauen im Gemeinderat.

Deshalb sei es in Zeiten wie diesen besonders wichtig, sich auf Frauenpolitik zu konzentrieren. „Darum habe ich mich auch aus der Gemeindepolitik zurückgezogen“, will die Hollabrunnerin mehr Zeit in die SPÖ-Frauen investieren. Als Arbeitskreisleiterin wird sie der Initiative „Gesunde Gemeinde“ erhalten bleiben.

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