"Absolute" zurück: Erdrutsch-Sieg für die Retzer ÖVP. In Retz hat sich die ÖVP von Bürgermeister Helmut Koch nicht nur die absolute Mehrheit, sondern mit 7 zusätzlichen Mandaten sogar 17 von 25 Sitzen im Gemeinderat geholt. Und das´, obwohl fünf Parteien angetreten sind.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 26. Januar 2020 (18:59)
Der Retzer ÖVP-Bürgermeister war bereits vor der Wahl zuversichtlich - und sollte recht behalten.
VP

Die Bürgerliste „Wir für Retz“ verliert 4 Mandate und hält aktuell noch 3, die SPÖ muss ebenfalls 4 Mandate abgeben und kann nur noch zwei Mandatare in den Retzer Gemeinderat schicken. Die Grünen sind der zweite Wahlsieger des Sonntags, sie gewinnen erneut ein Mandat dazu und haben nun drei. Der FPÖ ist mit Elisabeth Holy der Einzug in den Retzer Gemeinderat nicht gelungen.  

 „Wir sind überwältigt von diesem Wahlerfolg und unseren Wählern zu Dank verpflichtet“, so die erste Reaktion von ÖVP-Gemeindeparteiobmann Stefan Lang. Das Ergebnis sei die Belohnung für fünf Jahre konsequente Arbeit für die Bürger der Stadtgemeinde Retz.

„Für uns ist es einfach sehr schön, weil genau das Wahlziel erreicht worden ist. Wir sind dort, wo wir hinwollten“, freut sich Grünen-Spitzenkandidat Martin Pichelhofer. Ein kleiner Wermutstropfen sei jedoch, dass der Überhang der ÖVP so groß geworden ist. Damit gebe es nun „eine völlig neue Situation in Retz. Ähnlich wie im Bund gibt es jetzt eine große Partei und mehrere ungefähr gleich starke kleine. Da müssen wir uns noch Gedanken machen, wie wir damit umgehen“, sieht Pichelhofer das kritisch.

„Wir bedanken uns bei unseren Wählern und gratulieren den Siegern der Wahl“, lautet die erste Reaktion von Felix Wiklicky von der Bürgerliste „Wir für Retz“. Wer aus dem Team die drei Plätze im Gemeinderat einnehmen wird, will man erst entscheiden: „Wir werden sehen, ob man uns einen Stadtrat anbietet. Dann werden wir überlegen wer die besten Kompetenzen hat, um das Amt auch vernünftig auszuüben“, meint Wiklicky.

Die zwei Mandate der SPÖ sind für Spitzenkandidatin Beatrix Vyhnalek enttäuschend. „Was soll ich sagen, wir haben bei null angefangen“, so Vyhnalek, denn die Stadtpartei hatte es nach  internen Schwierigkeiten im vergangenen Halbjahr nicht einfach. „Es ist schade, dass das, was wir in den letzten fünf Jahren geleistet haben und die vielen Projekte, die wir mit der ÖVP umgesetzt haben, nicht gewürdigt wurden.“ Rot sei generell abgefallen, „aber bei uns hat es sicher die größten Auswirkungen gehabt“, meint Vyhnalek. Motiviert ist man trotzdem: „Jetzt heißt es Gas geben in den nächsten fünf Jahren!“