Flecken auf schwarzer Hollabrunner Landkarte?. Der Termin ist jetzt fix. Die NÖN mit einer ersten Analyse, welche Gemeinden im Bezirk umkämpft sein könnten.

Von Sandra Frank, Sandra Donnerbauer, Christoph Reiterer und Franz Enzmann. Erstellt am 18. September 2019 (05:20)

Auch wenn Grünen-Landtagsabgeordneter Georg Ecker betont, dass der Fokus jetzt einmal darauf liegt, seine Partei bei den Nationalratswahlen am 29.9. wieder ins Parlament zu bringen: Die Gemeinderatswahl 2020 wirft ihren Schatten voraus und in einigen Orten ist diesbezüglich schon das erste Wahlkampffieber zu spüren. Im Bezirk Hollabrunn sind die Augen besonders auf die Bezirkshauptstadt und die Weinstadt Retz gerichtet.

Koch trotz Abspaltung: „Wollen die Absolute erreichen“

Auch wenn die Ausgangsposition für Hollabrunns Neo-Bürgermeister Alfred Babinsky bei aktuell 23 von 37 Mandaten für seine ÖVP wie eine „gmahde Wiesn“ aussieht, macht sich die Opposition (SPÖ, FPÖ, Liste Scharinger, Grüne) doch Hoffnungen, die absolute Mehrheit zu brechen. Zusätzlichen Zunder könnte eine neue Liste bringen: Eine Gruppe, der auch Ex-ÖVP-Stadtrat Martin Mitterhauser angehört, überlegt ihr Antreten. Bis November ist Zeit, zu nennen …

In Retz hat ÖVP-Bürgermeister Helmut Koch weiter die ÖVP-Abspaltung „Wir für Retz“ im Nacken. Sein Ziel: „Wir wollen die Absolute erreichen.“ „Wir treten wieder als Team an. Wer an der Spitze stehen wird, haben wir noch nicht entschieden“, sagt Stadtrat Felix Wiklicky von der Bürgerliste „Wir für Retz“.

SPÖ-Vizebürgermeister Alfred Kliegl wird nicht mehr kandidieren. Die Roten brauchen also einen neuen Spitzenkandidaten. Stadtrat Martin Pichelhofer wird an der Spitze der Grünen in den Wahlkampf ziehen. Was sich sonst in den Regionen tut:

Retzer Land:

In Retzbach werden Bürgermeister Manfred Nigl und Vizebürgermeister Alois Binder wieder an der Spitze der ÖVP-Fraktion stehen. Ziel wird es jedoch sein, Personen zu finden, die in den nächsten Jahren deren Nachfolge antreten.

In Zellerndorf wird Bürgermeister Markus Baier erneut antreten, „sofern die Partei das möchte“. Wie Koch in Retz ist er mit keiner absoluten Mehrheit ausgestattet. Dementsprechen macht sich die SPÖ mit Bezirkssekretär Patrick Eber durchaus Hoffnungen, den Bürgermeistersessel zu erobern. ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Hans Gschwindl meint hingegen: „Da wollen wir die Absolute schaffen.“

Sehr sicher im Sattel scheinen dagegen die amtierenden ÖVP-Gemeindechefs Fritz Schechtner (Hardegg), Stefan Schmid (Schrattenthal) und Leo Ramharter (Pulkau), die allesamt erst vor Kurzem von ihren erfahrenen Vorgängern übernommen haben.

Pulkautal:

Ein „super Team“ habe die ÖVP in der roten Gemeinde Seefeld-Kadolz. Dementsprechend hofft Bezirksgeschäftsführer Gschwindl hier auf deutliche Tendenz nach oben. Eine Namensliste ist ebenfalls angekündigt, während Neo-Bürgermeister Peter Frühberger die absolute Mehrheit zu verteidigen hat.

Die zweite rote Gemeinde im Bezirk ist das kleine Mailberg. Langzeitbürgermeister Herbert Goldinger (65) möchte es noch einmal wissen und setzt dabei auf seinen bewährten Vizebürgermeister Christoph Hohl.

Keine absolute Mehrheit hat derzeit Albernfdorfs ÖVP-Gemeindechef Christian Hartmann, der gute Chancen haben dürfte, im Amt zu bleiben. Andreas Sedlmayer (ÖVP, Haugsdorf) und Kosch-Nachfolger Johann Kettler (ÖVP, Pernersdorf) gehen als klare Favoriten ins Rennen; ebenso der ÖVP-Kandidat in Hadres, der allerdings noch nicht bekannt gegeben wurden. Klar ist nur: Urgestein Karl Weber hat seinen Rückzug angekündigt, Josef Fürnkranz wurde zum neuen Gemeindeparteichef gekürt.

Schmidatal:

In Maissau tagte am Dienstagabend, nach Redaktionsschluss, der ÖVP-Gemeindeparteivorstand, um zu fixieren, ob Stadtchef Josef Klepp wieder als ÖVP-Spitzenkandidat antritt. Maissau wird vermutlich die einzige Gemeinde bleiben, in der die NEOS existieren. Ulrike Vojtisek-Stuntner will wieder kandidieren. Das gilt wohl auch für die Grünen, wo Georg Ecker jedoch bremst: „Einige Gespräche über Kandidaturen und sämtliche Listenwahlen im Bezirk finden erst nach der Nationalratswahl statt.“

In Sitzendorf (Martin Reiter, ÖVP), Ziersdorf (hier wurde der Wechsel von Johann Gartner auf Hermann Fischer, ÖVP, vollzogen), Ravelsbach (Walter Schmid, ÖVP), Hohenwarth-Mühlbach (Martin Gudenus, ÖVP) und am Heldenberg (Peter Steinbach, ÖVP) sind keine Änderungen und heißen Wahlduelle zu erwarten.

Land um Hollabrunn:

Die SPÖ will unbedingt die absolute Mehrheit von ÖVP-Bürgermeister Josef Reinwein in Göllersdorf brechen – oder mehr. Wenig Sorgen müssen sich diesbezüglich Herbert Leeb in Grabern und Roland Weber in Guntersdorf machen. „Die Kontinuität wird weitergeführt, in gewohnter Härte und Konsequenz“, schmunzelt Letzterer.

In Nappersdorf-Kammersdorf, das die ÖVP 2015 von der SPÖ „holte“ (10:9 Mandate), gibt es Gerüchte um einen Rückzug von Bürgermeister Gottfried Pompe. „Ich überlege noch“, sagt dieser auf NÖN-Nachfrage, während Bezirksgeschäftsführer Gschwindl klarstellt: „Wir werden den erfolgreichen Weg in Nappersdorf-Kammersdorf weitergehen.“

„Der eine oder andere Gemeinderat wird sicher aufhören“, sagt Wullersdorfs Bürgermeister Richard Hogl. Er selbst und seine Vizebürgermeisterin Annemarie Maurer werden aber auf jeden Fall kandidieren. Ob neben SPÖ und FPÖ, die derzeit im Gemeinderat vertreten sind, weitere Listen geben wird, sei derzeit nicht abzusehen.

Umfrage beendet

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