Schmidt ist nun fix ÖVP-Spitzenkandidat. Ergebnisse der Telefonumfrage liegen vor. Burkert gab seine Nicht-Kandidatur bekannt. ÖVP nominiert Peter Schmidt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 11. November 2014 (10:43)
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Peter Schmidt möchte sich nach den Wünschen der Retzer Bürger richten.
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Schlag auf Schlag tröpfelten die Neuigkeiten durch: Die Ergebnisse der Telefon-Umfrage (die NÖN berichtete) sind am vorigen Mittwoch einer kleinen Runde von Lokalpolitikern in St. Pölten bekannt gegeben worden. Vizebürgermeister Karl Burkert (ÖVP) zählte zu ihnen. Er wartete offenbar die Resultate ab, bevor er tags darauf in einer Aussendung seine Nicht-Kandidatur bekannt gab.

Umfrage: 80 Prozent bejahten positive Entwicklung

„Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“, schrieb er. Den Entschluss habe er „in enger Absprache mit meiner Familie“ getroffen. Burkert möchte sich ganz aus dem Gemeinderat zurückziehen. Der Retzer war zehn Jahre lang Stadtrat, bevor er sich weitere zehn Jahre lang als Vizebürgermeister der Finanzen der Stadt annahm.

„Das Budget ist ziemlich konsolidiert, das haben wir auf die Beine gestellt, so gut es möglich ist“, sagt er. Rückblickend waren ihm „die Gaudi“ und das Kennenlernen von „tollen Leuten“ besonders wichtig. Sonst hält sich Burkert bedeckt. Er wollte keine Umfrage-Ergebnisse mitteilen. Außer, dass 80 Prozent der Befragten zustimmen, dass sich Retz in den letzten fünf Jahren positiv entwickelt habe.

Parteivorstand machte gleich Nägel mit Köpfen

„Das ist ein wirklich sensationeller Wert“, freut sich Clubobmann Reinhold Griebler (ÖVP). Veränderungen werden dennoch gewünscht. Und: Die Befragten benannten Personen, die sie für die politische Arbeit in Retz (nicht) geeignet halten. Wortkarg gibt man sich nach außen hin diesbezüglich. Außer, dass Gemeinderat Peter Schmidt genannt wurde.

Der Parteivorstand machte Nägel mit Köpfen: Eine Sitzung ist für den vorigen Freitag einberufen worden. „Peter Schmidt ist als Spitzenkandidat nominiert worden“, teilt Griebler mit. Nun müssen die einzelnen Teilorganisationen ihre Kandidaten bis Ende November festlegen. Griebler möchte, dass der Jugend der Vortritt gelassen und die Frauenquote erhöht wird.

Schmidt möchte, wenn er zum Bürgermeister gewählt wird, die Themen der Umfrage-Ergebnisse anpacken. „Diese sind sicherlich repräsentativ gewesen und vor allem anonym, da erzählt man sicher mehr.“ Die Bürger sprachen dort auch, dass ihnen politische Reibereien stören würden. „Das hat mich in den letzten Jahren auch gestört.“ Deswegen sei ihm „ein g‘scheites Team“ wichtig, das „an einem Strang“ zieht.


Ein Teil der Ergebnisse:

Clubobmann Reinhold Griebler (ÖVP) erzählt im NÖN-Gespräch, „was den Bürgern unter den Nägeln brennt“ – auf Basis der Telefonumfragen, die kürzlich ein Meinungsforschungsinstitut für die ÖVP in Retz durchgeführt hat.

  • Ausbau der Schulen. Direktorin Birgit Wagner strebt schon länger an, die HLT und die HAK in einem Gebäude zu vereinen.

  • Kleinkinderbetreuung. Nachmittagsbetreuung & Kindergarten: Gewünscht werden sichere Plätze.

  • Schaffung von Wohnungen für junge Leute und Ausbau des Betreuten Wohnens. In den letzten Jahren sind schon viele Wohnbauten in der Stadt errichtet worden.

  • Erweiterung des Betriebsgebiets. Schaffung von Arbeitsplätzen.

  • Schnellere Zugsverbindungen, zum Beispiel: zwei Zugsverbindungen nach Wien mit nur wenigen Haltestationen. Ausbau der S3. Erweiterung der Park & Ride-Anlage.

  • Ausbau der touristischen Angebote.

  • Mehr Jugend-Angebote.

  • Belebung der Innenstadt, zum Beispiel in Form von Musikauftritten am Hauptplatz. Das war auch ein Thema in den Stadterneuerungssitzungen.