Babinsky-ÖVP lacht und weint in Hollabrunn. Hollabrunner ÖVP verlor drei Mandate, hielt aber absolute Mehrheit. Grüne verdreifachten ihre Mandate.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 28. Januar 2020 (16:57)
Hat nach seiner ersten Wahl als Spitzenkandidat ein lachendes und ein weinendes Auge und mehr als 900 Vorzugsstimmen: ÖVP-Stadtchef Alfred Babinsky.
ÖVP

Am Sonntagabend lud ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky (59) sein Team in den Gasthof Reisinger; das Seelenleben war ein wenig getrübt, obwohl die absolute Mehrheit gehalten wurde. Der Verlust von drei Mandaten (-6,0 %) war nicht am Plan.

„Mit dem 21. Mandat war es ganz knapp; das ist hin- und hergesprungen. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, keine Frage. Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge“, meinte Babinsky, nachdem er eine Nacht über das Ergebnis geschlafen hatte.

„Ein klarer Auftrag, dass auch in Hollabrunn die Umwelt- und Klimapolitik eine größere Rolle spielen müssen.“ Georg Ecker, Die Grünen

Erklärbar sei der Verlust speziell mit den starken Grünen und der ebenfalls sehr erfolgreichen Liste Scharinger. „Georg Ecker von den Grünen hat das gut gemacht; er war sehr intensiv unterwegs und hat sich das Ergebnis verdient, zu dem ich ihm nur herzlich gratulieren kann“, so der Bürgermeister und Wirtschaftskammerobmann im NÖN-Gespräch.

Die Hollabrunner Grünen rund um SpitzenkandidatGeorg Ecker hatten am Sonntagabend den meisten Grund zum Jubeln. Sie fuhren ein historisches Ergebnis ein.
Max Hödl

Eine schriftliche Gratulation übermittelte Babinsky noch am Wahltag an Wolfgang Scharinger, der das erwartet gute Ergebnis eingefahren habe. Obwohl es zwischen den alten Polit-Kumpanen im Wahlkampf den einen oder anderen Misston gab, ist der Stadtchef überzeugt, dass das nur eine „Zwischensituation“ war und man künftig wieder gut zusammenarbeiten werde.

Angesichts der Voraussetzungen könne er mit dem Ergebnis letztlich doch zufrieden sein, meint Babinsky. Die Situation in der Gemeinde werde sich nicht drastisch verändern. „Ich habe ein tolles Team hinter mir, das gute Arbeit geleistet hat. Es war eine ehrliche und faire Auseinandersetzung“, findet der Bürgermeister. Er sei vor der Wahl stets für Kooperation und Zusammenarbeit gestanden und wolle das „sehr gerne“ auch nach der Wahl so halten.

Plätze 19 und 20 an Brandl und Scheuer

Spannend war bei der ÖVP schließlich noch, welche Köpfe künftig im Gemeinderat vertreten sein werden. Nachdem die ersten 18 auf der Liste fix gesetzt waren, blieben noch zwei Positionen, die nach der Zahl der Vorzugsstimmen beschickt werden. Hier durften sich Franz Brandl aus Kleedorf und Carina Scheuer aus Oberfellabrunn über die meisten Unterstützer freuen.

Waren nach der Gemeinderatswahl 2015 die SPÖ und die FPÖ noch Kopf an Kopf gelegen, die Roten mit Minimalabstand auf Platz zwei, so sind nun die Grünen sensationell die zweitstärkste Kraft in der Stadtgemeinde Hollabrunn. Der Jubel über dieses historische Ergebnis war riesig. „Ein klarer Auftrag, dass auch in Hollabrunn die Umwelt- und Klimapolitik eine größere Rolle spielen müssen“, betonte der gesundheitlich angeschlagene Spitzenkandidat Georg Ecker in einer ersten Reaktion.

Mit seinem Team wolle er weiterhin auf konstruktive Zusammenarbeit bauen und versuchen, die Grünen-Ideen einzubringen. „Das werden wir in unseren Themenbereichen noch vehementer tun“, verspricht Ecker und hofft, dass die ÖVP offener gegenüber diesen Ideen sein werde. „Der Öffi-Ausbau muss jetzt endlich einmal ankommen, es gehört ein neues Bewusstsein her!“, sagt der 33-jährige Hollabrunner.