Coronavirus: SPÖ will Krisenstab, ÖVP-Chef winkt ab. Göllersdorf: Dass Schulen geschlossen sind, gefällt den Roten nicht. Bürgermeister Reinwein stellt „Nützliches über das Angenehme“.

Von Sandra Frank. Erstellt am 19. November 2020 (04:48)
Die drei SPÖler Thomas Dorfner, Daniela Poisinger und Stefan Hinterberger (v.l.) begrüßen, dass auf der Gemeindehomepage die Anzahl der Corona-Infizierten – und der Genesenen – veröffentlicht wird.
SPÖ

Die aktuellen Corona-Fallzahlen sind nun auch auf der Homepage der Gemeinde sichtbar. Das ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von ÖVP-Bürgermeister Josef Reinwein und SPÖ-Vorsitzendem Stefan Hinterberger. Nicht nur die Infizierten, sondern auch die Zahl der Genesenen ist dort zu finden. Diese Transparenz freut den SPÖ-Chef.

„Gerade während des neuen Lockdowns ist es wichtig, dass der Bevölkerung Mut gemacht wird und man anhand der Zahlen sehen kann, wenn es wieder bergauf geht“, sagt Hinterberger. Derzeit seien 40 Personen infiziert, 39 sind wieder genesen.

Sein Stellvertreter Thomas Dorfner, in seinem Brotberuf Polizist in Wien, hält eine hohe Informationsdichte seitens der Gemeinde für dringend notwendig. Er könne sich auch die Einrichtung eines Krisenstabs oder einer Corona-Arbeitsgruppe vorstellen. Wozu dies dient? Hier können Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, die Gemeinderäte gebündelt informiert und auf Hilferufe aus der Bevölkerung rascher reagiert werden.

Dorfner: "Bevölkerung beruhigen"

Dorfner ist sich sicher: „Die Einrichtung einer derartigen Plattform, wie es sie schon in mehreren Gemeinden gibt, würde viele unserer Bürger beruhigen. Es tut gut zu wissen, dass jemand da ist, wenn man Hilfe braucht.“

ÖVP-Bürgermeister Josef Reinwein hält Krisenstab nicht für sinnvoll.
ÖVP

Die NÖN befragte Bürgermeister Reinwein, was er von der Idee hält. „Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was dieser Krisenstab machen soll“, meint dieser. Denn derzeit würden alle Maßnahmen vom Bund vorgegeben. Das Angebot der Gemeinde stehe nach wie vor, dass diejenigen, die Hilfe brauchen, sich dort melden können. Wenn es notwendig ist, dann sei Reinweins erster Ansprechpartner der Gemeindevorstand, der bei Bedarf um jene Mandatare erweitert werden kann, die nicht darin vertreten sind.

Als die Regierung am Wochenende den Lockdown verkündete, hofften viele bis zuletzt, dass die Schulen offenbleiben würden. Dazu zählte Daniela Poisinger, Frauenvorsitzende in Göllersdorf. Warum sie dafür eintritt, dass die Schulen so schnell wie möglich wieder aufgesperrt werden sollen? „Vor allem für Volks- und Mittelschulkinder ist der soziale Kontakt besonders wichtig!“

„Vor allem für Volks- und Mittelschulkinder ist der soziale Kontakt besonders wichtig!“Daniela Poisinger, Frauenvorsitzende

Besonders für Frauen seien die Schulschließungen ein großes Problem. Sie würde sich in Zukunft eine regionale Beurteilung der Coronasituation wünschen: „Wenn eine Schule wegen aktuell hoher Zahlen geschlossen werden muss, dann ist das richtig und wichtig. Das bedeutet aber nicht, dass alle Schulen niederösterreichweit für Wochen geschlossen bleiben müssen.“

„Die Familien stehen in dieser Zeit massiv unter Druck“, weiß auch Reinwein. Jeder, der Betreuung brauche, solle diese auch bekommen. Und: „Es ist für alle nicht angenehm, aber das Nützliche muss jetzt über dem Angenehmen stehen“, gibt der Bürgermeister die Richtung vor. Aber es zeige sich, dass die Zahlen wieder sinken. „Zum Glück!“