Kuh-Furz, Baum & Bankerl: Klimaschutz in Göllersdorf. „Göllersdorf for Future“ nutzt die gute Energie, um in Sachen Klimaschutz mobil zu machen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 22. Dezember 2019 (06:18)
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Tino Blondiau (hinten, l.) und Jakob Mitterhauser kamen auf Einladung von „Göllersdorf for Future“ und sprachen darüber, wie wir den Klimawandelbemerken, wie wir uns anpassen können und warum Bäume so wichtig für Mensch und Klima sind.
Sandra Frank

„Wie hat sich das Klima verändert? Wie spüren Sie das?“ Mit diesen Fragen stieg Tino Blondiau, ein zukünftiger Sonnberger, in seinen Vortrag ein. Eingeladen ins Göllersdorfer Rathaus wurde er von der überparteilichen Gruppe „Göllersdorf for Future“.

Blondiau: „Ein Rekordjahr jagt das nächste“

Schnee und Regen sind in den vergangenen Jahren weniger geworden, während die Hitzetage mehr werden. Diese Dinge haben die Göllersdorfer in den vergangenen Jahren wahrgenommen. „Ein Rekordjahr jagt das nächste“, bestätigt Blondiau, der neu für den Bereich Energie & Klima zuständig ist.

„0,5 Grad klingt nach nix, für den Planeten macht es aber einen riesigen Unterschied“, erklärte der Experte. Bei einer Temperatursteigerung von 1,5 Grad sei die Arktis alle 100 Jahre eisfrei, bei 2 Grad ist sie alle zehn Jahre eisfrei.

Jeder könne etwas zum Klimaschutz beitragen, indem er das Auto stehen lasse, zu Fuß gehe und den öffentlichen Verkehr nutze. Bei der Ernährung gelte: heimische Landwirte unterstützen und mehr Gemüse als Fleisch essen. „Eine Kuh furzt so viel, dass wir 40.000 Kilometer mit dem Auto fahren könnten“, bringt der Experte ein Beispiel zum CO -Ausstoß. Das bedeute aber nicht, dass man ganz auf Fleisch verzichten muss.

Ein kritisches Thema seien Elektro-Autos. 333 Windräder können zwar eine Million E-Autos versorgen, dennoch: Zur Herstellung wird viel Energie benötigt.

An Klimaänderungen anpassen, aber wie?

Dass sich das Klima ändert, sei spürbar. Wir Menschen müssen uns anpassen, aber wie? „Mit simplen Maßnahmen, wie einem Baum und einem Bankerl darunter.“ Begrünen sei überhaupt das A und O. Hier können private Haushalte und Gemeinden ihren Beitrag leisten. „Blumenwiesen statt braune, schiache Rasenflächen“, sagt Blondiau. Dann kämen auch Insekten wieder.

Der zweite Redner des Abends war der Göllersdorfer Jakob Mitterhauser. Der BOKU-Student erschließt ein neues Berufsfeld: Stadtklimaforscher. Für „Stadtklimatologie“ hat Mitterhauser seinen eigenen Studienplan geschrieben. „Wenn ich fertig bin, kann’s jeder studieren“, informierte er. In Göllersdorf war er, um darüber zu sprechen, was Bäume für das Klima bringen: zum einen Abschattung der Strahlung. Wenn die Sonne auf eine Fläche strahlt, wird Wärme gespeichert, die in der Nacht abgegeben wird. Und so kühlt es nicht ab.

Mitterhauser hatte als Beispiel Bilder aus Linz mitgebracht: Unter einem großen Baum saßen die Menschen im Schatten. Und wie sieht’s in Göllersdorf aus? „Da ist es eh Grün, abgesehen vom Hauptplatz.“ Das bestätigte ein Bild, das vom Kirchturm aus aufgenommen wurde. „Am Hauptplatz kannst vor Hitze sterben“, sagte ein Zuhörer, dass dort jedenfalls Bäume fehlen würden.

Mit den Inputs der Referenten formierten sich die Zuhörer in Kleingruppen, um die Themen zu diskutieren. Die Ergebnisse will „Göllersdorf for Future“ mitnehmen und die Gemeinde nach den Wünschen der Bürger im Zeichen des Klimaschutzes weiterentwickeln.