Müllgebühren-Erhöhung: „Sind keinesfalls leichtfertig“. Göllersdorf: Alfred Wunderer, Geschäftsführer des Abfallverbands, erklärt, warum die Müllgebühren angehoben werden müssen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Januar 2021 (03:38)
 Alfred Wunderer über Annahme der SPÖ: „Ist schlichtweg falsch.“
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Dass die Müllgebühren in der Krisenzeit erhöht wurden, ärgert die Genossen im Bezirk. Die NÖN sprach mit dem Geschäftsführer des Abfallverbandes, Alfred Wunderer, über die Erhöhung und die Kritik der SPÖ.

„Sie können versichert sein, dass wir keinesfalls leichtfertig Gebühren und Abgaben erhöhen, sondern nur, wenn dies zur Aufrechterhaltung der abfallwirtschaftlichen Aufgaben des Gemeindeverbandes erforderlich ist“, stellt Wunderer klar. Eine Gebührenanpassung sei keine politische Entscheidung, die man aus wahltaktischen oder sozialpolitischen Gründen verschieben könne. Der Gemeindeverband müsse als selbstständige Körperschaft die finanziellen Mittel, die zur Aufrechterhaltung der Abfallentsorgung erforderlich sind, selbst aufbringen.

Das Außendienstpersonal wurde für sechs Monate um drei Personen aufgestockt, um den erforderlichen Betrieb der Sammelzentren gewährleisten zu können. „Die Annahme, dass durch die Zufahrtsampeln die Personalkosten gestiegen sind, ist schlichtweg falsch“, macht Wunderer klar. Im Gegenteil: Durch die Zufahrtsampeln sei eine Nutzung aller Sammelzentren möglich, ohne dass dazu zusätzliches Personal erforderlich sei.

Weiters seien in den vergangenen Jahren die Altstofferlöse, etwa für Altmetalle und Altpapier, drastisch gesunken; Entsorgungskosten seien angestiegen. Bisher war die Kostenbilanz für Altholz kostenneutral. Das habe sich durch die enormen Mengen an Schadholz durch den Borkenkäfer geändert. Dazu kommen massive Schadholzimporte. So sind in diesem Bereich die Erlöse weggefallen. „All diese Kostenfaktoren machen die angesprochenen Gebührenanpassungen erforderlich“, schließt Wunderer.

Hinterbergers Sorgen über vermehrte widerrechtliche Ablagerungen könne Wunderer nicht nachvollziehen. 23.000 Abgabenbescheide wurden versandt, daraufhin gab es weniger als zehn telefonische Nachfragen „und keine einzige Berufung bezüglich der Gebührenanpassung“. Nachsatz: „Ein seriöser Kommunalpolitiker wie Herr Hinterberger könnte sich die an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen zur Abfallwirtschaft zum Zweck der Erreichung parteipolitischer Aufmerksamkeit sparen.“ -sf-