Müllsammelzentrum: „Zu Spitzenzeiten wird’s eng“. Die SPÖ fordert bürgerfreundlichere Öffnungszeiten. ÖVP-Chef: „Grundsätzlich funktioniert’s.“

Von Sandra Frank. Erstellt am 07. Mai 2017 (06:14)
Stefan Hinterberger und Michael Raab (r.) ließen sich von Christian Lakits (l.) zeigen, wie das Zugangssystem des Müllsammelzentrums in Höbersdorf funktioniert.
SPÖ

Das Müllsammelzentrum in Göllersdorf hat derzeit dienstags und donnerstags Nachmittag geöffnet. „Das entspricht unserer Meinung nach nicht den Bedürfnissen berufstätiger Gemeindebürger“, meint Stefan Hinterberger, Vorsitzender der Sozialdemokraten. Diesen ist es seit Jahren ein Anliegen, dass sich diese Zeiten endlich ändern.

Bei Ausflug nach Sierndorf informiert

Die SP-Mandatare wünschen sich, dass der Bereich des Grünschnitts während der Gartensaison dauerhaft geöffnet ist. „Zumindest sollte der Grünschnitt, zusätzlich zu den bisherigen Öffnungszeiten, auch am Samstag geöffnet sein“, meint Hinterberger.

Um sich zu erkundigen, wie es anderswo funktioniert, machten die Göllersdorfer Roten einen Ausflug in die Nachbargemeinde. Und zwar ins Müllsammelzentrum der Marktgemeinde Sierndorf, an einem Samstagvormittag.

Christian Lakits, der stellvertretende Obmann des Göllersdorfer Pensionistenverbandes, lebt in Obermallebarn und zeigte den SP-Mandataren das System in der Katastralgemeinde Höbersdorf: „Seit Jahresbeginn gibt es dort jenes benutzerfreundliche Zugangssystem, das wir seit der Gemeinderatswahl 2015 für das Wertstoffsammelzentrum in Göllersdorf vorschlagen“, erklärt Hinterberger.

Hier können die Bürger mit einer entsprechenden Berechtigungskarte täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, von 6 Uhr Früh bis 19 Uhr am Abend, Müll im Sammelzentrum abgeben. Für Grünschnitt ist sogar dauerhaft geöffnet.

Ein solches System wünschen sich die Sozialdemokraten auch für Göllersdorf. Das sei nicht nur bürgerfreundlicher, auch ein teurer Umbau könnte der Gemeinde so erspart bleiben.

Abfallverband prüft Optimierungen

Ein weiteres Problem würde sich durch verbesserte Öffnungszeiten lösen: Der Verkehr rund um das Müllsammelzentrum würde sich besser verteilen.

Bürgermeister Josef Reinwein wollte erst Fakten checken und dann mit dem Gemeinderat sprechen. Foto: ÖVP
ÖVP

„Der Abfallverband ist derzeit dabei zu prüfen, was wir dort machen können“, sagt ÖVP-Bürgermeister Josef Reinwein über den Stand der Dinge. Ob das Göllersdorfer Müllsammelzentrum ein neues Zugangssystem bekomme oder ob umgebaut werde, stehe derzeit noch nicht fest.

Über die Ergebnisse dieser Überprüfung will Reinwein die Mandatare aber in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen informieren. Er sagt aber auch, dass der Abfallverband im Bezirk Hollabrunn nicht mit jenem in Korneuburg vergleichbar sei.

Im Gegensatz zum Nachbarbezirk seien in Hollabrunn alle Gemeinden Mitglieder des Abfallverbands. „In Korneuburg ist das nicht der Fall“, weiß Reinwein. Dort betreiben einige Gemeinden das Abfallsammelzentrum selbst, im Bezirk Hollabrunn ist der Abfallverband in die Sammelzentren eingemietet und hat so freie Hand.

Punkto Öffnungszeiten werde derzeit ebenfalls geprüft, ob es Alternativen gibt, bestätigt der Gemeindechef. „Man kann sicher sanft an einigen Schrauben drehen, aber man muss das Rad nicht neu erfinden“, meint Reinwein, dass das System am Sammelzentrum grundsätzlich funktioniere. „Auch wenn es zu Spitzenzeiten manchmal eng wird“, spricht er die Verkehrssituation an. Aber: „Die Kosten sind relativ gut verträglich.“ So seien diese heuer erstmals nach Jahren angehoben worden.