Plötzlich fehlt im Ort der Transport für die Kinder

Erstellt am 06. Juli 2022 | 05:58
Lesezeit: 3 Min
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Stefan Hinterberger und Daniela Poisinger hoffen, dass sich bald eine Lösung für den Transport der Kindergarten- und Schulkinder finden wird.
Foto: SPÖ
Das bisherige Transportunternehmen stellte überraschend seine Dienste in Göllersdorf ein. Jetzt sucht die Gemeinde nach einer neuen Lösung.
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Mit Ende des Schuljahres 2021/22 stellte das bisherige Transportunternehmen den Kindergartentransport in der Marktgemeinde Göllersdorf ein. Dies teilte die Gemeinde den Eltern in einem Schreiben mit. Bis September soll nun ein neuer Anbieter gefunden werden. Die kurze Zeitspanne bereitet manchen Eltern nun Sorgen.

Daniela Poisinger, Frauenvorsitzende der Göllersdorfer SPÖ, lebt in Eitzersthal, ist Mutter zweier Kinder und von der Einstellung des Services betroffen. „Einige andere Eltern haben mich schon gefragt, wie es weitergehen soll“, berichtet sie und ergänzt: „Aus einzelnen Katastralgemeinden werden mit dem Busservice auch Schulkinder in die Volksschule gebracht.“

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Will größtmögliche Sicherheit: Josef Reinwein.
Foto: Monihart

Die NÖN fragte bei Bürgermeister Josef Reinwein (ÖVP) nach, wie es im September mit dem Transport der Kinder aussehen wird. „Jetzt werden Angebote eingeholt, dann werden wir sehen“, sei natürlich auch der Preis entscheidend. Um Ersatz zu finden, sei die Zeit knapp, dennoch hofft der Gemeindechef, dass sich bis Mitte des Sommers eine Lösung abzeichnen wird.

Soll Gemeinde Transport der Kinder übernehmen?

Darauf hofft auch Göllersdorfs SPÖ-Chef Stefan Hinterberger. „Ein neues Busunternehmen darf aus Sicht der Sozialdemokraten für die Eltern keine massiven Mehrkosten bringen“, betont er. Er könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde den Busservice selbst übernimmt, da etwa E-Kleinbusse derzeit von Land und Bund gefördert werden. „Das sollte zumindest für die Zukunft in Betracht gezogen werden“, ist Hinterberger bewusst, dass eine solche Lösung einer längeren Vorlaufzeit bedarf.

„In kleineren Gemeinden ist es sicher leichter, den Kindertransport einfach mitlaufen zu lassen“, ist Reinwein nicht besonders begeistert von dieser Idee. Und: „Es geht hier um Kinder, da ist die Sicherheit das oberste Gebot, an das wir denken müssen“, spricht er die „moralische Verantwortung“ an, die die Gemeinde habe. Hier habe das bisherige Unternehmen die Latte auch sehr hoch gelegt: „Sie waren immer verlässlich und unfallfrei“, berichtet Reinwein, dass die Gemeinde wie auch die Eltern sehr zufrieden gewesen sind.

Dass in anderen Gemeinden Vereine gegründet wurden, die den Kindertransport übernommen haben, weiß Reinwein. Doch dieses Modell sagt ihm, auch aus Gründen der Sicherheit, nicht zu. Das funktioniere vielleicht wenige Jahre, bis sich wieder die Frage stellt: Wer fährt? Jetzt könne Reinwein jedenfalls noch nicht sagen, von wem die Kinder im Herbst transportiert werden. Und: „Am Ende muss es der Gemeinderat entscheiden.“

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