Grenzstadt zelebrierte den Bürgermeister-Wechsel. Hardegg hat einen neuen Chef: Friedrich Schechtner tritt in die Fußstapfen von Heribert Donnerbauer. Dieser wurde zum Ehrenbürger ernannt. Bürgermeister Schechnter freute sich, dass der Platz vor dem Niederfladnitzer Dorfhaus bereits seinen Namen trägt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. April 2019 (14:56)

Er eröffnete die Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag als Vizebürgermeister und schloss sie als Bürgermeister der Stadt Hardegg: Friedrich Schnechtner wurde einstimmig zum neuen Stadtchef gewählt.

Damit folgt der 53-Jährige auf Heribert Donnerbauer, der dieses Amt, wie berichtet, mit 31. März zurückgelegt hatte. „Ich bin jetzt normaler Gemeindebürger“, lachte der ehemalige ÖVP-Justizsprecher im Parlament und nahm neben seiner Frau Susanne in den Zuschauerreihen Platz.

Schechtner verspricht: „Ich bleib‘ der, der ich bin“

„Danke für das große Vertrauen, ich bin mir der Aufgabe bewusst und ich nehme sie mit Demut, aber auch mit großem Stolz an“, waren die ersten Worte des frisch gewählten ÖVP-Stadtchefs. Schechtner versprach: „Ich bleib‘ der, der ich bin.“ Und zum allerersten Mal nahm er dann auf dem Bürgermeistersessel Platz. Der Niederfladnitzer habe sich nämlich stets bemüht, ebendort nicht zu sitzen, auch wenn er den Bürgermeister vertreten musste. „Es freut mich, dass ich jetzt hier Platz nehmen darf“, schmunzelte er.

Jürgen Kühlmayer ist Vizebürgermeister

SPÖ-Mandatar Franz Gössl war der erste, der seinen ehemaligen Schulkameraden und langjährigen Freund zum neuen Amt beglückwünschte.

Nachdem die Stadtgemeinde nun wieder einen Bürgermeister hatte, mussten auch andere Funktionen besetzt werden: Martin Müllner rückte für die ÖVP in den Gemeinderat nach und wurde 20 Minuten später auch schon zum Stadtrat – wie Schechtner mit 19 von 19 Stimmen – gewählt. Jürgen Kühlmayer steigt nach neun Jahren im Stadtrat zum Vizebürgermeister auf. „Ich bedanke mich für das Vertrauen beider Fraktionen“, nahm der Riegersburger das Amt an.

Als es um die Nachbesetzung in diverse Ausschüsse ging, bat Schechtner, „zügig zu wählen“. Wahrscheinlich deswegen, weil vorm Gemeindeamt bereits die Grenzlandkapelle wartete, um zur Feier des Tages aufzuspielen.


Heribert Donnerbauer zum Ehrenbürger ernannt

Bevor es allerdings hinaus in den Nieselregen ging, durfte Schechtner seine erste Aufgabe als Stadtchef erledigen: „Uns verbindet nicht nur eine Arbeitsfreundschaft“, war es ihm wichtig, das Engagement seines Vorgängers hervorzuheben. Denn Donnerbauer habe viele Projekte umgesetzt, etwa eine eigene Wasserversorgung auf die Beine gestellt, eine gemeindeeigene Immobiliengesellschaft gegründet, einen Kindergarten gebaut, die Schule adaptiert, einen Nahversorger mit Ärztezentrum in der Gemeinde ermöglicht. „Du hast mit großem persönlichen Einsatz für die Gemeinde gearbeitet und dich immer für die Vereine eingesetzt.“

So wurde Heribert Donnerbauer – einstimmig – zum Ehrenbürger der Stadtgemeinde Hardegg ernannt. „Das ist eine besondere Auszeichnung, ich weiß das zu schätzen“, war der nunmehrige Altbürgermeister berührt. Wichtig war ihm, dass alles, was in den vergangenen elf Jahren umgesetzt wurde, „unser gemeinsamer Verdienst ist“. Der Merkersdorfer sei sehr gern Bürgermeister gewesen. „Ich bin sehr gern hier zuhause und habe mich gerne für die Allgemeinheit eingesetzt. Das werde ich auch weiter tun, aber an anderer Stelle.“


Stadtwappen, Blumen und Baum überreicht

Weil die klassische Schlüsselübergabe für die Fotografen aufgrund des kleinen Schlüssel nichts hergebe, übergab Donnerbauer das Wappen der Stadt Hardegg an seinen Nachfolger. Und weil sie es ihm so lange ermöglicht hat, sich für die Gemeinde einzusetzen, beschenkte Schechtner Susanne Donnerbauer mit Blumen. „Aber auch bei meiner eigenen Familie muss ich mich bedanken“, überreichte der Bürgermeister seiner Frau Martina ebenfalls einen bunten Strauß. Amtsleiterin Margit Müllner war die dritte Dame im Bunde, die sich über Blumen freuen durfte, immerhin begleitet auch sie Schechtner seit etwa 20 Jahren.


„Wir haben immer um Regen gebeten. Aber dass er grad jetzt kommen muss …“ Der Bürgermeister bat Mandatare und Zuhörer nach draußen. Dort überreichte er Donnerbauer nämlich noch ein Geschenk: „Einen Zwetschkenbaum für deinen Garten in Merkersdorf.“ Und während sich die einen schon auf einen Zwetschkenkuchen freuen, hoffen die anderen auf Zwetschkenschnaps aus dem Hause Donnerbauer.  


„Ein Stück Thayatal" für Donnerbauers Kanzlei

Nationalparkdirektor Christian Übl nutzte die Gelegenheit ebenfalls, um die beiden Männer zu beschenken. „Du hast den Nationalpark gut begleitet, schon länger als ich“, weiß er, dass Donnerbauer, der übrigens mitten in der Ausbildung zum Ranger steckt, immer ein Fürsprecher des Parks war. „Ich geb‘ dir ein Stück Thayatal mit“, überreichte Übl dem Merkersdorfer ein Bild vom Thayatal für seine Wiener Anwaltskanzlei. Ein kleineres, aber ebenso herzliches Geschenke, bekam der neue Bürgermeister: ein T-Shirt des Nationalparks, das alle Mitarbeiter und Freunde tragen.


Platz vor Dorfhaus nach Schechtner benannt

Bevor es in Schechtners Heimatort Niederfladnitz ging, durfte er den Dirigentenstab der Grenzlandkapelle Hardegg schwingen. So musikalisch er in Hardegg abgereist war, so musikalisch wurde er in Niederfladnitz empfangen. „Alles hier trägt deine Handschrift“, wurde Schechtner von seiner Burgmusik Kaja begrüßt. Auch sie hatte im Regen ausgeharrt, um gemeinsam mit dem Kirchenchor und der Feuerwehr ihren Bürgermeister zu empfangen. „Wir haben’s schon montiert, enthüllen musst du’s selbst“, gab’s ein erstes Geschenk: Schechtner war noch nicht einmal zwei Stunden im Bürgermeisteramt, da prangte am Dorfhaus schon ein Schild mit der Aufschrift „Bürgermeister Friedrich Schechtner Platz“.