Meisterhafte Karriere: „Ein Krapfen geht immer“. Lea Schellenberger brilliert mit kreativen Torten. Nächstes Ziel: ein eigenes Kaffeehaus.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 16. April 2021 (05:32)

Vor vier Jahren war Lea Schellenberger Österreichs bester Lehrling im Bereich Service; jetzt ist sie kreative Konditorin mit Unternehmergeist. Die NÖN besuchte sie – bei perfekt gebrühtem Kaffee – zu Hause bei ihren Eltern in Großmeiseldorf.

Die 22-Jährige wechselte von der Mittelschule in Ziersdorf in die Tourismusschule nach Krems. Nach der ersten Klasse bekam sie einen Praktikumsplatz im Wiener Café Central.

„Das Arbeiten machte mir mehr Spaß als das Lernen in der Schule“, erzählt Schellenberger. Also blieb sie und begann eine Lehre als Restaurantfachfrau. Bei den Wiener Landesmeisterschaften der Tourismusberufe ging sie dann als Siegerin hervor, ehe ihr bei den Staatsmeisterschaften der große Coup gelang. „Das war schon schön“, erinnert sie sich gerne zurück. Als „Zuckerl“ gab‘s ein iPhone von der Wirtschaftskammer und ein Tablet vom Café Central.

Doch die junge Frau ruhte sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern legte noch ein Schäuferl nach und hängte eine Lehre als Konditorin dran.

„Ich habe Konditorin dazugelernt, weil es generell ein Ziel von mir ist, ein eigenes Kaffeehaus zu haben“, sagt Schellenberger. Am liebsten „heraußen“, also in der Gegend ihrer Schmidataler Heimat. Das süße Handwerk lernte sie bei der Konditorei Groissböck in Wien. Zur Gesellenprüfung brillierte die kreative Zuckerbäckerin mit einer Torte in Form einer „Tommy Hilfiger-Handtasche“.

„Dauerauftrag“ für die Familienfeiern

Wenn sie nicht gerade für Groissböck ihre Torten – zum Beispiel für die jährlich stattfindende Hochzeitsmesse – bäckt, hat Lea Schellenberger einen „Dauerauftrag“ bei jeder Familienfeier. Natürlich muss da eine bunte „Ententeichtorte“ oder eine „Dinosauriertorte“ für ihre kleine Cousine und ihren Cousin her.

Das Ausleben der Kreativität sei besonders schön an ihrem Beruf. Am liebsten fabriziert sie leichte, lockere Fruchtcremes für Torten. Hat man denn als Konditorin nicht auch einmal genug vom Süßen? „Ein Krapfen geht immer“, lacht sie. Immerhin gilt ihr Arbeitgeber als die Nummer eins bei dem Germgebäck in Wien.

Eine andere süße Germspeise, die Osterstriezel und Osterpinzen, hatte ja gerade Hochsaison. Einen Rückgang von Vorausbestellungen an Torten und dergleichen konnte Schellenberger aufgrund der Corona-Krise nicht feststellen. Im Gegenteil, die letzten beiden Ostern seien sehr stressig gewesen.

Stressig geht es für die 22-Jährige auch bis in den Sommer weiter. Sie wird den Meisterkurs als Konditorin absolvieren. Die NÖN vergibt ihr für ihren Kaffee im Interview jedenfalls schon einen Meisterpunkt. „Ich bin ja erst mit der Barista-Ausbildung am Wifi fertig geworden“, hat sie prompt eine Erklärung dafür parat. Alles, was die sympathische Großmeiseldorferin angreift, wird, so scheint’s, ein Meisterstück.