Baustelle besichtigt: „Jetzt gibt es kein Zurück“ . Der Ausbau der Weinviertler Schnellstraße S 3 soll noch heuer fertiggestellt werden.

Von Sandra Frank. Erstellt am 06. August 2020 (03:39)
Die Brücke der Abfahrt „Guntersdorf Nord“ führt direkt zum künftigenBetriebsgebiet der Gemeinde. Bürgermeister Roland Weber und Wilfried Hammer waren mit Projektleiter Christian Siebenhofer (v.l.) auf der S 3-Baustelle unterwegs.
Sandra Frank

„Aus heutiger Sicht ist eine Verkehrsfreigabe heuer möglich“, sagt Projektleiter Christian Siebenhofer von der Asfinag Bau Management GmbH nach einer Baustellenbesichtigung mit Guntersdorfs Bürgermeister Roland Weber und Wilfried Hammer, Sprecher der Bürgerinitiative, die sich stark für den Ausbau der Weinviertler Schnellstraße S 3 eingesetzt hat.

„Ich bin begeistert, wie professionell hier gearbeitet wird“, lobt Weber. Und auch Hammer spricht der Asfinag ein großes Lob aus. Er selbst steht dem geplanten Termin für die Verkehrsfreigabe – da coronabedingt die Baustellen stillstanden, hat sich dieser verschoben – gelassen gegenüber. „Es gibt jetzt kein Zurück mehr. Ob die Straße zwei Monate früher oder später eröffnet wird, spielt keine Rolle.“ Die Bewohner der betroffenen Orte – Suttenbrunn, Schöngrabern, Grund und Guntersdorf – seien froh über die baldige Erleichterung.

Freude auf die Zeit ohne die vielen Fahrzeuge

Einen Blick in die Zukunft bekam der Guntersdorfer vor einigen Wochen dank Corona: „Als die Krise begonnen hat, bin ich in der Früh aufgewacht und hab’ keine Autos gehört. Das war schon sehr schön“, schildert Hammer.

Die Baustellenbesichtigung startete in Suttenbrunn und führte über den elf Kilometer langen Ausbau bis Guntersdorf. Die Straße nimmt Gestalt an, die Kreisverkehre und Brücken – diese sind bereits darauf ausgelegt, die Strecke um eine Fahrbahn zu erweitern – sind nahezu fertiggestellt. Siebenhofer erklärte, wie das Oberflächenwasser in den zehn Becken entlang der Strecke von Verschmutzungen gereinigt wird.

„Guntersdorf siehst du nicht mehr“, stellte Weber fest, als die kleine Delegation neben dem Lärmschutzdamm zum Guntersdorfer Betriebsgebiet fuhr.

Siebenhofer erinnerte sich auf der Fahrt an einige Entdeckungen. Etwa, „dass der Boden im Weinviertel sehr schwierig sein kann“. Dies zeigte sich bei den jüngsten Regengüssen: „Die Bagger waren bis zum Führerhaus versunken.“ Während der Bauarbeiten wurden aber auch Gräber aus der Bronzezeit freigelegt, die samt Grabbeigaben noch sehr gut erhalten waren. „So nicht erwartet“ hatte das Asfinag-Team den Fund einer Richtstätte der früheren Neuzeit bei Guntersdorf. „Das war wirklich unerwartet“, meinte auch der Bürgermeister. Hier wurde beispielsweise ein Skelett ohne Kopf gefunden. Dieser lag zwischen den Beinen.