Betriebsgebiet W3G, eine Marke entsteht. Gemeindevertreter beauftragten einen Experten, um Betriebe nach Guntersdorf zu holen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 28. Mai 2020 (04:36)
Die Visualisierung zeigt in einem ersten Entwurf, wie der Wirtschaftspark W3G in Guntersdorf aussehen könnte
Real Contract Austria

„Der Standort ist einer der Erfolgsfaktoren. Dieser hat mit der S 3 sicher großes Potenzial.“ Diese Meinung hat Rudolf Preyer über das Guntersdorfer Betriebsgebiet. An der künftigen Anschlussstelle der erweiterten Weinviertler Schnellstraße soll ein Wirtschaftspark mit dem Namen W3G entstehen. Das W steht für Wirtschaft, die 3 symbolisiert die S 3, das G gehört zu Guntersdorf.

Preyer gehört zum Team von „Real Contract Austria“. Diese Kommanditgesellschaft hat sich auf ein sogenanntes Immobilien-Interims-Management-Konzept spezialisiert. Ihre Aufgabe in Guntersdorf: die Vermarktung des Betriebsgebiets. Wie das passieren soll, stellte Preyer, der in Retz lebt, in Wien arbeitet und somit zweimal täglich Guntersdorf passiert, den Gemeinderäten vor. Ziel sei es, mit W3G eine Marke zu kreieren. „Die Marke ist wichtig. Bei der SCS weiß jeder, was ich mein’“, nannte Preyer ein Beispiel.

Events sollen Standort beleben

Die Konkurrenzanalyse sei für den Standort Guntersdorf jedenfalls gut ausgegangen. Der nächste Wirtschaftspark sei jener im Schmidatal. „Das ist der am besten entwickelte Wirtschaftspark ohne Erfolg, den ich kenne“, meinte Preyer. Dort werde in Zukunft nur mehr sehr schwer etwas passieren. Dieses Schicksal soll Guntersdorf natürlich nicht teilen.

Bürgermeister Roland Weber will Handwerks- und Gewerbetriebe in Guntersdorf ansiedeln.
zVg

Preyer brachte bereits ein W3G-Roll-up mit und präsentierte einen Folder-Entwurf für den Wirtschaftspark Guntersdorf. Mit kurzfristigen Events, wie Messen oder Bewerben, will er Leben an den Standort bringen, um ihn präsent zu machen. Wichtig: Jeder Schritt wird mit dem Bürgermeister abgestimmt.

So verhält es sich auch mit den Unternehmen, denen Preyer das Betriebsgebiet schmackhaft macht. „Ich suche die Betriebe und schlag’ sie vor. Die Entscheidung, was dort passiert, trifft aber die Gemeinde“, betont er. Dieser Punkt ist ÖVP-Bürgermeister Roland Weber sehr wichtig. Ein Einkaufszentrum will er in Guntersdorf nämlich nicht haben. „Handwerks- und Gewerbebetriebe wären ideal“, so der Wunsch des Gemeindechefs.

Vermarktung des Betriebsgebiets durch Real Contract Austria

„Ich leb’ vom Erfolg“, betonte Preyer, dass er nur dann etwas verdiene, wenn er einen Betrieb nach Guntersdorf bringt. Der Gemeinde koste er nichts. Ebenfalls ein Argument, das den Gemeinderäten gut gefiel. So stimmten alle, bis auf Rudolf Grötzer (FPÖ), zu, dass Real Contract Austria die Vermarktung des Betriebsgebiets übernehmen soll.

Natürlich dürfen sich auch die Mandatare bei der Suche nach Betrieben einbringen. „Jeder Gemeinderat bringt einen Betrieb“, gab Weber scherzhaft vor. Dann sei das Betriebsgebiet bald gut ausgelastet.

Dem Bürgermeister ist bewusst, dass die aktuelle Situation für Betriebe nicht rosig ist. Dennoch ist er überzeugt, dass jetzt auch Zeit ist, über künftige, sinnvolle Investitionen nachzudenken. Wichtig sei ihm weiters, dass die baldige Eröffnung der Weinviertler Schnellstraße S 3 („Spätestens nächstes Jahr werden wir darauf fahren.“) von der Gemeinde für einen Aufschwung genutzt wird.