Leo Rohringer: „Gewerbegebiet ist viel zu groß“. Geht es nach Leo Rohringer, braucht Guntersdorf kein Gewerbegebiet.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. Mai 2021 (04:30)
Landwirt Leo Rohringer ist nicht glücklich mit dem Betriebsgebiet, das in Guntersdorf entsteht.
Sandra Frank, Gemeinde, Sandra Frank, Gemeinde

„Ich bin Landwirt und das sind besten Gründe, die hier verbaut werden“, übt Leo Rohringer Kritik an dem Betriebsgebiet, das in Guntersdorf entstehen soll. Wie berichtet, hat ein „dicker Fisch“ bereits angebissen: Die Fortuna-Firmengruppe hat 80.000 Quadratmeter erworben.

Das Gewerbegebiet sei viel zu groß für den Ort, wertvolles Naherholungsgebiet gehe verloren. „Man kann nicht 20 Hektar verbauen, ohne dass die Bevölkerung etwas weiß“, meint Rohringer, dass die Menschen im Ort gar nicht wissen, was auf dem Areal passieren soll. Er würde sich eine Info-Veranstaltung wünschen, damit die Leute aufgeklärt werden.

„Demokratie lebt nicht von Meinungen allein, sondern von Entscheidungen.“ ÖVP-Bürgermeister Roland Weber

Dass die Ortsbevölkerung nicht informiert wurde, will Bürgermeister Roland Weber nicht so stehen lassen: „Es gibt eine Gemeindezeitung, da steht‘s drin.“ Außerdem gebe es Medienberichte über das Betriebsgebiet, er selbst sei in der Gemeinde viel unterwegs, die Bürger können jederzeit nachfragen. Und: „Es ist jeder eingeladen, zu den Gemeinderatssitzungen zu kommen.“

Bürgermeister Roland Weber hat die Zukunft der Gemeinde im Auge.
NOEN

Rohringer ist der Meinung, dass Guntersdorf kein so großes Gewerbegebiet brauche. „Oder gar keines.“ „Es gibt andere Meinungen. Die sind anzuerkennen“, sagt Weber. Aber: „Die Demokratie lebt nicht von Meinungen allein, sondern von Entscheidungen.“ Diese müssten nun einmal zum Wohle aller getroffen werden. Die Entscheidungen rund um das Gewerbegebiet wurden im Gemeinderat einstimmig gefällt.

Weber, der selbst Landwirt ist, gibt zu, dass es ihm auch lieber wäre, wenn nicht so viel wertvolle landwirtschaftliche Fläche verbaut werden würde. Aber: „Eine Gemeinde muss sich weiterentwickeln, damit die Menschen hier Arbeit finden und damit sie lebenswert bleibt“, denkt er an die Infrastruktur, die erhalten und ausgebaut werden muss. „Es steckt viel Arbeit und Zeit dahinter, damit die Gemeinde unabhängig bleiben kann.“

Was Rohringer noch stört, „aber dafür kann Roland nichts“, ist, dass Spazier- und Radwege durch den Damm der Weinviertler Schnellstraße S 3 abgeschnitten wurden. „Mit dem Rad kommst du nur mehr über die Brücke nach Kalladorf“, sagt er. Jene Brücke, die über die S 3 von Guntersdorf nach Kalladorf führt. „Das ist gefährlich“, ortet der Landwirt, dass die Brücke nicht breit genug für Pkw, Radfahrer oder Fußgänger ist.