Lüge wird Wahrheit: Lesung des Romans „Maiandacht“. (Kriminal-)Roman „Maiandacht“ verfolgt, was passiert, wenn man sich beharrlich an Lügen festhält. Die Preview-Lesung war in Hadres.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. September 2018 (07:17)
Karin Widhalm
Erstpräsentation in einem gemütlichen Stadl mit Bücherwand (v.l.): Elisabeth Lexer, Robert Boulanger, Romana Schuler und Ursula Hentschläger.

Elisabeth Lexer und Robert Boulanger gehen mit „Maiandacht“ in die dörfliche Tiefe – und sehen sich an, was passiert, wenn drei Frauen auf ihre eigene Wahrheit beharren. Die Autoren waren zu Gast im Haus von Romana Schuler, das seit 2017 Sitz des „Instituts zur Erforschung regionaler Strukturen in Zeiten der Digitalisierung“ ist. Dieses baut sie mit Ursula Hentschläger auf.

Weinviertel, Mariazell und Südburgenland als Inspiration

„Digitalisierung heißt auch: zack, zack, zack. Warum nicht auch: Zack, jetzt kommt ein Autorenpaar zu uns“, lachte Schuler, die Lexer und Boulanger gut kennt. „Sie waren auf Exil bei mir und kamen mit einem fast fertigen Manuskript. Der Titel stand noch nicht fest.“ Das Werk, das erst am 21. September in die Buchhandlungen gelangen wird, wurde in einer Preview-Lesung präsentiert.

Das Duo ließ sich vom Weinviertel inspirieren, aber auch vom Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark (dort wohnten sie eine Zeit lang) und von ihrer jetzigen Heimat im Südburgenland. „Wir beobachten gern und sammeln Auffälligkeiten“, erzählte Lexer, wie sehr das dörfliche Leben reizt. „Das verdichtet sich dann möglichst so, dass sich keiner persönlich betroffen fühlt.“

Lüge und Wahrheit formen den roten Faden. „Du hast es nicht nur in der großen Politik, sondern auch im kleinen Privaten: Der Mensch selber will die Wahrheit so, wie er sie möchte“, erklärte Boulanger.

Es ist der dritte Krimi der Autoren, der trotz des ermittelnden Inspektors mehr Roman ist. Die Überwachung bildete den Rahmen fürs erste Buch, die Jagd fürs zweite. Eine Idee für das Nächste gibt es auch schon: Lexer & Boulanger stellen sich der Frage, ob der Mensch andere Entscheidung trifft, wenn er die Zeit zurückdrehen kann.