Nach Eltern-Kritik: Bus fährt wieder die Schule an. Nach Kritik einiger Eltern bedient der Schülerbus ab 8. Jänner wieder alte Haltestellen.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 04. Januar 2018 (04:52)
Franz Enzmann
Alles wieder gut: Freude herrscht bei den Obritzer Eltern und Schulkindern über die Fahrplankorrektur. Foto: Franz Enzmann

Die Aufregung unter den Obritzer Eltern, deren Kinder mit dem Bus zur Volksschule nach Hadres fahren, war enorm. Denn vor den Weihnachtsferien hielt der Schulbus nicht mehr bei der Haltestelle „Obritz Kirche“, sondern nur mehr bei der Haltestelle „Obritz Feuerwehr“ (Abfahrt 6.45 Uhr) – und auch nicht mehr vor der Volksschule in Hadres.

Kritik an „Wartezeit von fast 40 Minuten“

Die meisten Obritzer Kinder mussten zuerst in ihrer Heimatgemeinde rund 500 Meter zur Haltestelle gehen, dann beim Hadres Gemeindeamt (Ankunft 6.50 Uhr) aussteigen, um schließlich nach einem rund 300 Meter langen Fußweg über die Pulkaubrücke ihr Schulgebäude zu erreichen.

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Über das Einlenken der Experten vom VOR sind Bürgermeister Karl Weber, Hermann Fürnkranz und Schulleiterin Elke Gartler (v.l.) äußerst erfreut.

„Da der Schulbeginn erst um 7.30 Uhr beginnt, ergibt sich eine Wartezeit von fast 40 Minuten“, kritisierte der Obritzer Familienvater Stefan Schild. Sein Bruder Robert ist Amtsleiter in Hadres. Beide bohrten beim Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) nach.

Gemeinderat Hermann Fürnkranz (SPÖ) ersuchte indes den früheren Weinviertler Nationalratsabgeordneten Hubert Kuzdas um Hilfe. Dieser wandte sich an die VOR-Geschäftsführung mit dem Ersuchen um nochmalige Überprüfung der Fahrplansituation des Pulkautaler Schulbusses.

Der VOR reagierte: Die Kinder werden ab 8. Jänner direkt zur Schule gebracht, zudem wird die Haltestelle „Obritz Kirche“ bedient.

Mit Fürnkranz und Schild kam Bewegung in die Sache

Zur Vorgeschichte: Der Postbedienstete Stefan Schild hatte sich in dieser Angelegenheit schriftlich an den VOR gewandt und eine dringende Fahrplanänderung gefordert. Vom Kundenservice erhielt er die Antwort, dass die Hadreser Volksschule aus fahrzeit- und umlauftechnischen Gründen nicht vom selben Kurs bedient werden könne. Und: „Aus unserer Sicht ist der Weg von der Haltestelle zur Volksschule für Kinder aber durchaus bewältigbar.“

Bewegung kam in die Sache, als sich Mandatar Fürnkranz und Amtsleiter Schild der Sache annahmen. Sie informierten auch VP-Bürgermeister Karl Weber über ihre Vorgangsweise, die Verantwortlichen beim VOR zu einer Änderung der Fahrtroute des Schulbusses zu bewegen. Fürnkranz ist nun froh über das Erreichte: „Es ist sehr erfreulich, dass der Verkehrsverbund den Fahrplan zugunsten der Kinder änderte und die Volksschule wieder anfährt.“

Auch der Bürgermeister begrüßt die nun weiter aufrechte Buslinienführung zum Schulgebäude. „Zwei Jahrzehnte ist der Bus immer die Schule angefahren“, war Schulleiterin Elke Gartler genauso gegen die Änderung.

VOR griff „schnell und unbürokratisch“ ein

VOR-Pressesprecherin Christina Bachmaier bestätigt, dass mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 in die Buslinie 813 eingegriffen wurde. „Das hatte zur Folge, dass die Volksschule Hadres aus zeittechnischen Gründen nicht mehr direkt angefahren wurde, sondern stattdessen die Haltestelle beim Gemeindeamt.“ Die Strecke sei für Volksschüler nicht zumutbar, wie der VOR dann erfahren habe. „Unsere Planer haben daraufhin schnell und unbürokratisch eine Lösung gesucht und gefunden.“

Die Buslinie 813 wird drei Minuten früher vom Bahnhof in Laa an der Thaya starten – und die Haltestelle bei der Hadreser Volksschule bedienen. Die Schüler kommen daher um 7.01 Uhr an und müssen nicht mehr den Weg über die Pulkaubrücke beschreiten. Die Wartezeit bis zum Unterricht beträgt nun knapp 30 Minuten.

„Die Änderungen wurden so schnell vorgenommen, dass sie noch nicht in den VOR-Routenplaner eingespielt werden konnten“, erklärte Bachmaier am Dienstag. Die Infos fließen dennoch: „Wir stehen mit den Eltern in engem Kontakt.“