"Es reicht!": ÖVP-Funktionärin sorgt mit Video für Aufregung

Video von Fellinger Ortsvorsteherin Deckenbach sorgt für Aufsehen. Bürgermeister Friedrich Schechtner beschwichtigt.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:32
Sabine Deckenbach
Mit ihrem Video sorgte Sabine Deckenbach für Aufsehen.
Foto: Gemeinde Hardegg

Ein kürzlich gepostetes und zunächst der „Krone“ zugespieltes Video der Fellinger ÖVP-Ortsvorsteherin Sabine Deckenbach sorgte am Wochenende für Aufregung

.

Das Video war am Montag nicht mehr abrufbar, der NÖN wurde es dann ebenfalls zugespielt. Die Kinesiologin habe lange überlegt, sich zu Wort zu melden, doch der verkündete Lockdown für Ungeimpfte „überschreitet eine rote Linie“, meint sie. Sie selbst gehöre der ÖVP an, habe immer etwas verändern wollen. Ihrer Bundespartei wirft sie Hetze vor. Es sei unmenschlich, was gerade geschehe, „ich genier mich dafür“, sagt sie, und betont: „Es reicht!“ Viele würden so denken wie sie, hätten aber Angst, etwas zu sagen, weil sie sonst an den Pranger gestellt und „medial zerfressen“ werden würden.

440_0008_8234540_hol46lretz_schechtner.jpg
„Schreibe ihr nicht vor, was sie denken darf“, sagt Ortschef Fritz Schechtner.
NÖN

Sie selbst ist nicht geimpft, habe bisher aber alles mitgemacht. Ob jemand diese Behandlungsmethode wähle, müsse eine freie Entscheidung bleiben, Menschen dürfen nicht „in die Nadel getrieben werden“. Sie wünsche sich jedenfalls, dass „wir wieder aufeinander zugehen“, trotz unterschiedlicher Meinungen.

Der Hardegger Bürgermeister Friedrich Schechtner zeigt sich im Gespräch mit der NÖN gelassen: „Sie wurde bei den letzten Wahlen als Ortsvorsteherin gewählt und wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Sie hat in dem Video ihre private Meinung kundgetan und ich werde sicher niemandem vorschreiben, was er oder sie denken darf“, erklärt Schechtner.

„Das Video hat intern für Wirbel gesorgt“

440_0008_8234541_hol46luh_hogl.jpg
„Bezirkspartei wird nicht einschreiten“, sagt ÖVP- Bezirkschef Richard Hogl.
Foto NÖN

Ein klärendes Gespräch mit Deckenbach wurde dennoch anberaumt. Die Ortsvorsteherin selbst war am Montag für die NÖN nicht erreichbar.

„Das Video hat intern für Wirbel gesorgt“, bestätigt Bezirksparteiobmann Richard Hogl, betont aber, dass die Bezirkspartei hier nicht einschreiten werde. „Als Ortsvorsteherin ist sie die rechte Hand des Bürgermeisters, er muss es sich mit ihr ausmachen.“ Dass ein ÖVP-Mitglied anderer Meinung sei, werde die Partei verkraften, meint Hogl, der den Lockdown für Ungeimpfte und die 2G-Regel generell für richtig und wichtig hält. Die Pandemie sei nur durch die Impfung in den Griff zu bekommen.