Hardegg

Erstellt am 03. Januar 2019, 12:21

von NÖN Redaktion

Silvesterwanderung: Jahresausklang im Thayatal. Felix Wiklicky und der Nationalpark organisierten zum 20. Mal die Silvesterwanderung, die an frühere Zeiten erinnerte.

Die erste Silvesterwanderung 1998 war bahnbrechend: Die Nationalpark Thayatal GesmbH stand kurz vor ihrer Gründung (1. Jänner 1999), die Grenze war noch nicht offen, aber man wollte trotzdem die Thayabrücke überqueren und durch den Wald auf der tschechischen Seite marschieren.

Felix Wiklicky, Gastronom aus Retz, war der Initiator der Idee und er fand einen maßgeblichen Unterstützer: Norbert Kellner, der frühere Hardegger Bürgermeister, setzte sich dafür ein, dass die Wintersperre auf der Brücke in Hardegg aufgehoben und ein Passieren der Grenze möglich wurde. „Bis vor zwei Stunden vor der Wanderung war das nicht sicher“, erinnert sich Wiklicky. Grenzwachebeamten kontrollierten dann jeden einzelnen der 320 Wanderer. „Dass das möglich war, extra für eine solche Veranstaltung, war eine Sensation. Was damals ergreifend war, ist heute selbstverständlich.“

Der Retzer erinnerte mit dem Nationalpark Thayatal am Montag mit der Silvesterwanderung an diese Öffnung. 370 Besucher gingen bei kaltem, aber sonnigem Wetter über die Thayabrücke in den Wald des Nationalparks Podyjí bis nach Čižov, wo sie Reste des Eisernen Vorhanges sahen. Landtagspräsident Karl „Carlo“ Wilfing nahm als Gast teil und stieß mit Direktor Christian Übl und Nationalpark-Mitarbeitern auf das Neue Jahr an. Konditormeister Wiklicky und sein Team verwöhnten mit süßen und pikanten Speisen, warmen Getränken und Sekt. 1998 brachte er den Grenzwachebeamten, 2018 den Polizisten alkoholfreien Punsch. Das sei ihm für die Völkerverständigung wichtig: „Wir wollen das immer wieder bewusst machen.“

Mit dabei waren Bürgermeister Heribert Donnerbauer, Stadtamtsdirektorin Margit Müllner und Viktoria Hasler vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.