Stadtchef Schechtner über gehaltene Versprechen und Campus-Vision

Erstellt am 29. September 2022 | 04:49
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Friedrich Schechtner ist voller Tatendrang und will nochmals kandidieren.
Foto: Franz Enzmann
Fritz Schechtner ist zufrieden, was im ersten Halbjahr erreicht wurde. Energieeffizienz zählt nun zu den Schwerpunkten.
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Seit April 2019 leitet Friedrich Schechtner als Bürgermeister die Geschicke der Nationalparkgemeinde Hardegg. Der 57-jährige Landwirt ist auch Obmann der Bezirksbauernkammer. Mit der NÖN zieht der Niederfladnitzer eine positive Bilanz der letzten zweieinhalb Jahre. Er hat bis zum Ende der Periode im Jahr 2025 noch einiges vor.

NÖN: Wenn Sie an das Wahlprogramm 2020 zurückdenken, welche Prioritäten fallen Ihnen ein?

Schechtner: Die Abwanderung zu stoppen, war der wichtigste Punkt, gefolgt vom Ausbau der Infrastruktur, wie Kindergarten, Schule, Freizeitmöglichkeiten und Verkehrsanbindungen. Durch die positive Bevölkerungsentwicklung bleiben vermehrt junge Menschen und Familien in unserer Stadtgemeinde. Zwei Nahversorger und die Gastronomie sowie Direktvermarkter sind genauso wichtig wie die gute ärztliche Versorgung.

Wir haben die Halbzeit in der Gemeinderatsperiode erreicht. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Schechtner: Sehr positiv, fast alle Punkte, die wir versprochen haben, sind umgesetzt. Wichtig ist und war mir, dass Bauplätze im Ort und nicht auf der grünen Wiese geschaffen werden. Stolz bin ich auf die neuen Arztpraxen in Niederfladnitz und Riegersburg. Durch das vermehrte Homeoffice besteht eine verstärkte Nachfrage nach einer schnellen Internetverbindung. Wir forcieren den Breitbandausbau und die Errichtung hochmoderner Sendeanlagen, die schon zum Teil gebaut sind.

Was steht bis 2025 noch am Programm?

Schechtner: Wir haben begonnen, Energie zu sparen, indem wir flächendeckende LED-Beleuchtung der Straßen einsetzen. In der Stadt Hardegg soll eine neuartige Straßenbeleuchtung installiert werden, welche weniger Licht an die Umgebung abgibt und nur die Straßenoberfläche ausreichend beleuchtet. Ein weiteres Ziel ist es, auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen zu errichten. Momentan wird ein Pilotprojekt in Riegersburg umgesetzt. Dabei wird tagsüber Strom in einer Batterie gespeichert und für nächtliche öffentliche Beleuchtung genutzt. Darüber hinaus sind zwei Energiegemeinschaften in Zusammenarbeit mit der EVN in Hardegg gegründet und in Betrieb genommen worden, um Erfahrung mit dem Einsparen von Netzstromkosten zu ermitteln. Für den Hochwasserschutz sollen Rückhaltebecken gebaut werden. Um unsere eigenständige Wasser- und Abwasserversorgung bei Stromausfällen aufrecht zu erhalten, werden wir Großaggregate anschaffen. Zum anderen sind in allen Katastralgemeinden bereits Notversorgungsstellen geschaffen worden.

Man hört auch von einem Zukunftsprojekt …?

Schechtner: Ja, und zwar die Einrichtung eines Lehr- und Forschungscampus in Hardegg. Gemeinsam mit dem Nationalpark und mehreren Universitäten wird an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet.

Werden Sie nochmals fürs Bürgermeisteramt kandidieren?

Schechtner: Es kann viel passieren bis 2025, aber wenn ich meine Vorstellungen umsetzen kann, steht einer neuerlichen Kandidatur nichts im Wege.

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