Shutdown: Grenzen gesperrt, Stimmung mystisch. Tschechische Grenzen sind gesperrt, Retzer Vize vernimmt Verständnis, aber auch Angst.

Von Franz Enzmann und Sandra Frank. Erstellt am 18. März 2020 (06:02)
Retz-Vizebürgermeister Stefan Lang machte sich ein Bild an Mitterretzbacher Grenzübergang.
Franz Enzmann

Aufgrund der Corona-Krise hat auch Österreichs Nachbarland Tschechien beschlossen, die Grenzen dichtzumachen. Am vergangenen Donnerstag rief der tschechische Regierungschef Andrej Babis den Notstand aus.

Die Grenzübergänge in Mitterretzbach und in Kleinhaugsdorf sind betroffen. Pendler, die von ihrem tschechischen Wohnort in den Bezirk Hollabrunn ein- und ausreisen, benötigen dafür eine schriftliche Bestätigung ihres österreichischen Arbeitgebers.

Als der NÖN-Reporter zum Lokalaugenschein in Mitterretzbach war, traf er einen Pensionisten aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya. Er wartete geduldig, bis von tschechischer Seite vereinbarte Sachen angeliefert wurden. Ansonsten gab es keine wartenden Autofahrer auf österreichischer Seite.

„Die Leute sind sehr diszipliniert und bleiben zum Großteil wirklich zuhause“Stefan Lang, Vizebürgermeister von Retz

Ebenfalls anzutreffen war der Retzer Vizebürgermeister Stefan Lang, der sich ein Bild von der aktuellen Lage machen wollte. Auch hier zeigte sich, was der Politiker schon in seiner Heimatstadt wahrnahm: „Die Leute sind sehr diszipliniert und bleiben zum Großteil wirklich zuhause“, ist er froh über das Verständnis der Bevölkerung.

„Es war fast mystisch, als ich Sonntagabend vom Gemeindeamt nach Hause gefahren bin, es war kein Mensch auf der Straße“, erzählte Lang.

Was er vor allem in der Grenzregion trotz des Verständnisses für die Situation ortet, ist Angst um den Betrieb und um den Arbeitsplatz. Gerade in Retz arbeiten viele tschechische Staatsbürger. „Sie dürfen zwar mit Bestätigung des Arbeitgebers nach Österreich, aber das gilt heute; man weiß nicht genau, was morgen ist …“, sagt Lang.

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