Wohin nun mit dem Aussichtsturm? Diskussion um Standort. Die SPÖ in Haugsdorf hält den idyllischen Hutberg für falschen Platz und kritisiert den Bürgermeister.

Von Sandra Frank. Erstellt am 29. April 2021 (04:40)

„Er will seinen Standort für den Aussichtsturm unbedingt durchbringen“, ärgert sich Erhardt Weinwurm, geschäftsführender Gemeinderat der SPÖ, über das Vorgehen des Haugsdorfer ÖVP-Bürgermeisters Andreas Sedlmayer.

Denn der will, so Weinwurm, einen Aussichtsturm am Hutberg errichten, neben der Hiatahütte. Der Vorteil: „Der Grund gehört schon der Gemeinde“, weiß der Auggenthaler. Doch seine Fraktion sieht viele Nachteile: „Es gibt keine Parkplätze; Bäume müssen gefällt werden und die Idylle wird zerstört. Außerdem gibt es dort noch keine Infrastruktur für die Gastronomie, die auch dort hinkommen soll“, erklärt Weinwurm, dass der Heilige Stein von Retz hier als Vorbild dient.

Vom knapp 300 Meter hohen Hutberg überblickt man das Pulkautal bereits gut, an klaren Tagen ist sogar der Schneeberg zu sehen. „Unser Vorschlag war, hier eine Plattform zu errichten“, sagt Hannes Gehring. „Man sieht in alle Himmelsrichtungen, außer nach Norden“, informiert Gerwich Kudler (SPÖ). Im Norden, da liegt Znaim. Und ebendort sollen die Besucher auch hinsehen können, so die Argumente des Gemeindechefs.

„Er akzeptiert keine andere Meinung“, ist Weinwurm sauer, dass Sedlmayer im Gemeinderat „den Hutberg als Standort durchgepeitscht hat, ohne das Projekt zu präsentieren“. Sedl-mayer habe nämlich versprochen, Luftaufnahmen von beiden Standorten – dem Hutberg und dem beim Sendemasten auf der Heide – zu organisieren, damit die Mandatare vergleichen können. „Wir haben überhaupt kein Foto gesehen“, sagt Weinwurm. Nur Kudler, der Mitglied im Finanzausschuss ist, habe eines zu Gesicht bekommen. „Aber nur vom Standort am Hutberg“, betont er.

Von zwölf ÖVP-Gemeinderäten hätten elf für den Standort am Hutberg gestimmt, einer hat sich enthalten. „Wir und die FPÖ haben gegen den Hutberg gestimmt“, berichtet Weinwurm.

SPÖ bevorzugt Standort beim Sendemast

Seine Fraktion favorisiert die Heide, um dort einen Aussichtsturm, der etwa 20 Meter hoch werden soll, zu errichten. Wie ein Lokalaugenschein zeigte, sieht man schon vom Boden aus bis ins benachbarte Znaim. „Hier führt die ehemalige Bundesstraße vorbei sowie viele Radwege. Der Ort ist zentral, außerdem haben wir hier Strom vor Ort. Die Auggenthaler Kellergasse ist nur 400 Meter weit weg“, zählt Weinwurm die Vorteile auf, die der Standort mit sich bringt. Wasser und Kanal müssten von der Kellergasse aus verlängert werden. Außerdem ist Raum für Parkplätze. „Der Grund gehört uns nicht, aber dann müsste man eben einmal mit den Grundeigentümern reden“, sagt der SPÖ-Mandatar.