Bildungsprogramm präsentiert: Nicht nur für Nerds. Für alle, die wissen wollen, was der Bezirk Hollabrunn an Wissen bietet.

Von Sandra Frank. Erstellt am 11. September 2019 (05:16)

NOEN

In einem außergewöhnlichen Bildungsraum, nämlich der LPSM Vinothek am Heldenberg, trafen einander Wissbegierige, um das erste Weinviertler Bildungsprogramm feierlich in Empfang zu nehmen. Wie berichtet, will die Leader-Region Weinviertel-Manhartsberg alle Bildungsangebote der Region auf einen Blick zusammenfassen und in gedruckter Form unter die Leute bringen.

Als Renate Mihle vor etwa zehn Jahren die Geschäftsführung übernommen hatte, habe sich bereits herauskristallisiert: „Wir sind auch eine Bildungsregion.“ Ein gutes Drittel der 75 Projekte, die in dieser Periode bisher umgesetzt wurden, seien Bildungsprojekte.

„Ich bin viel unterwegs und sehe, dass es in unserer Region schon vieles gibt“, gratulierte Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer zur gelungenen Vernetzung. Das Lernen habe sich im Laufe der Generationen verändert. „Früher war Gelerntes etwas sehr Beständiges.“ Heute müsse man stets Neues dazulernen oder sich ganz neu erfinden. Den Begriff „lebenslanges Lernen“ verwendet sie nur ungern, scherzte sie: „Lebenslang klingt so g’fährlich.“ Sie ziehe den Ausdruck „lebensbegleitendes Lernen“ vor.

In Zellerndorf haben sich die Wissbegierigen bereits vor acht Jahren vernetzt, erzählte Claudia Scharinger, Leiterin der Bücherei. „Ohne diese Vernetzung würde es heute keinen Bildungscampus geben.“ Das Weinviertler Bildungsprogramm habe sich bereits in der ersten Erscheinungswoche bewährt: „Die Leute haben gleich angerufen.“

Ein Nerd ist auch ein Mensch …

Der Retzer Chemiker Hans Lohninger unterrichtet an der TU Wien. Sein Ziel: Naturwissenschaften greifbar zu machen. „Wissenschaft ist sehr nerdig. Vielen erscheint sie zu hoch. Aber die Wahrheit ist: Wissenschafter sind auch nur Menschen.“ Der Mehrwert des Bildungsprogramms? „Es tut gut, Leute zu treffen, die ähnliche Anliegen haben.“

Christian Schauhuber ist Bildungsgemeinderat der Gemeinde Heldenberg, er vernetzte sich mit Kollegen der anderen Schmidatal-Gemeinden und Erwin Mayer, dem Weinviertler Regionalbetreuer vom Katholischen Bildungswerk. Dieser fand klare Worte für die bisherige Situation: „Wir haben tolle, hochkarätige Bildungsveranstaltungen, aber eine scheiß Werbung. Es ist schad’ drum.“ Er wünscht sich aktive Bildungsgruppen in den Gemeinden, die dort auch Schwerpunkte setzen.

Da die „Nachgespräche im Weinviertel sehr wichtig sind“, wie Bürgermeister Peter Steinbach betonte, klang die Veranstaltung bei Wein und Brötchen in der Vinothek aus.

Wer seine Termine in der nächsten gedruckten Broschüre finden möchte, kann Bildungsveranstaltungen auf www.wissbegierig.at eintragen.

Umfrage beendet

  • Wie könnte das Bildungsangebot im Bezirk mehr Teilnehmer anlocken?