Der Falkenhof kämpft um sein Überleben. War der Existenzkampf am Heldenberg umsonst? Marion und Mario Aigner wissen derzeit nicht, wie es weitergeht.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 31. März 2021 (05:12)

Die Hoffnung, am 1. April ihren Falkenhof aufsperren zu können, ist für Mario und Marion Aigner gestorben. „Wir haben jetzt ein Jahr gekämpft“, erzählt die Falknerin müde. Doch mit ihrem als Zoo geführten Hof fallen die Aigners durch die Förderkriterien.

„Wir finanzieren uns größtenteils durch die Eintrittsgelder“, schildert sie die prekäre Situation. Der insgesamt geringere Besuch im vergangenen Corona- Jahr – nicht zuletzt durch das Verbot von Busreisen – schmälerte das Einkommen massiv: „Ich weiß derzeit nicht, wie und ob es überhaupt weitergehen kann“, sagt die Falknerin.

Mit ihrem Mann hat sie in den vergangenen Monaten an neuen Angeboten gearbeitet. Wissensvermittlung und das Verständnis für die Natur wurden bei den Vorführungen schon in der Vergangenheit immer in den Vordergrund gestellt. Dies würde jetzt noch mehr forciert werden. „Wir wollten eine Falknerschule gründen. Nicht nur für Profis“, erzählt Aigner.

Training mit Herz, Hirn und Hingabe

Geplant wäre unter anderem auch ein Angebot für Familien: „Das wäre sogar durch kleine Gruppen aus einem Haushalt an die Corona-Situation angepasst.“ Dabei soll ebenfalls Wissen über die hochintelligenten Tiere und deren wichtige Funktion in der freien Wildbahn weitergegeben werden.
Falkner Mario Aigner praktiziert artgerechte Trainingsmethoden: „Für mich hat das Wohlergehen der Tiere absolute Priorität.“ Mit Herz, Hirn und Hingabe beschäftigt er sich täglich mit seinen Vögeln. Ebenfalls geplant ist das sechste Abenteuercamp für Kinder im Sommer. Unter anderem am Programm: Bogenschießen, Töpfern, Informationen rund um die Greifvögel, Flugvorführungen, das Entdecken der Tierwelt und der Besuch der Attraktionen am Heldenberg.

Weiters haben die Falkner eine Auffangstation für Wildtiere, die sie ebenfalls finanzieren.

„Die Verschiebung der Saisoneröffnung wird voraussichtlich das Ende unseres Falkenhofes bedeuten“, sagt Marion Aigner traurig. Schweren Herzens entschloss sich die Falknerin, einen Spendenaufruf auf die Homepage falkenhof-heldenberg.com zu stellen – mit entsprechender Unterstützung könnte der Falkenhof gerettet werden.