Heldenberg

Erstellt am 04. Juli 2018, 04:07

von Barbara Witzany

Festival-Absage: Zu wenig Zeit für eine gute Idee . Peter Svensson wollte am Heldenberg groß inszenieren, nachdem es in Falkenstein nicht möglich war.

Vergangenen Samstag war Peter Svensson noch optimistisch.  |  NOEN

Die Idee von Weinviertler Festspielen gefiel dem Heldenberger Bürgermeister Peter Steinbach grundsätzlich sehr gut. Heldentenor Peter Svensson wollte eben diese auf den Heldenberg verlegen.

Ursprünglich waren die Weinviertler Festspiele in Falkenstein im Bezirk Mistelbach geplant gewesen. Mit einem wahrlich gewaltigen Programm wollte Intendant Svensson aufwarten. Unter anderem waren Werke von Wagner, eine „Carmen“-Aufführungsserie und semi-szenische Aufführungen von Beethovens „Fidelio“ ab dem 6. Juli geplant.

Nach Falkenstein weiter zum Heldenberg

Naturschutzrechtliche Verhandlungen waren nicht so schnell über die Runden zu bringen und so suchte Svensson eine neue Aufführungsstätte. Allerdings – der Zeitrahmen war sehr knapp. In der ersten Junihälfte meldete sich der Künstler bei Steinbach mit seinem Anliegen, die Weinviertler Festspiele am Heldenberg zur Aufführung zu bringen. Erster Termin sollte der 20. Juli sein. Unmittelbar nach der Anfrage im Juni sandte der Gemeindechef die nötigen Unterlagen für eine Veranstaltung dieser Art an den Intendanten. Die Rückmeldungen kamen zögerlich.

Steinbach erteilte Heldentenor Absage

„Es wurde immer schwieriger, sich vorzustellen, dass das Festival in so kurzer Zeit machbar ist. Peter Svensson verkürzte das Programm auf drei Abende, beginnend mit dem 3. August“, erzählt der Bürgermeister.

Sagte die Veranstaltung ab: Bürger-meister Peter Steinbach.  |  NOEN

„Vor etwa zehn Tagen schickte ich Svensson die Absage. Ich hatte angenommen, dass die Planung für das Weinviertel-Festival viel weiter fortgeschritten war. Die verbliebene Zeit war einfach viel zu kurz, um eine derartige Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, berichtet Steinbach, der als Heldenberg-Bürgermeister Erfahrung mit der Abwicklung großer Veranstaltungen hat. Als Beispiel sei nur die Lipizzanergala genannt, die am Samstag zum zehnten Mal über die Bühne ging. „Wir beginnen jedes Jahr im Herbst, die Gala für das nächste Jahr vorzubereiten, man braucht diese Zeit für größere Events eben.“

Beirat lehnte Festival für 2018 ab

Letzten Mittwoch fand eine Beiratssitzung der Heldenberg Vermarktungs- und Betriebsgesellschaft statt. Bei dieser wurde einstimmig beschlossen, die Veranstaltung für 2018 abzulehnen. Das Risiko, einen Flop zu landen, sei zu groß. Allein den Kartenverkauf in der kurzen Zeit zu bewerkstelligen, sei ein unkalkulierbares Risiko und könnte einen möglichen Imageschaden bedeuten. Für 2019 könnte man sich das Festival mit einer zeitgerechten Vorbereitung gut vorstellen.

Svensson hielt trotz Absage an neuem Termin fest

Nichtsdestotrotz bewarb Svensson „das Opernfestival von internationalem Top-Format“ medial. Am vergangenen Samstag hielt er im Gespräch mit der NÖN noch am Termin des 3. August fest. Enthusiastisch erzählte er von seinen Plänen: „Ich möchte eine Qualität wie in Grafenegg. Und ab 2019 soll ein großer Brückenschlag zwischen Falkenstein mit dem Schwerpunkt Wagner und dem Heldenberg mit Carmen stattfinden. Ich möchte ein hohes Niveau.“ Zur Besetzung führte er aus: „Viele Kollegen unterstützen mich“, und verwies auf die Besetzungsliste auf der Homepage.

Am Montag gab es erneut ein Gespräch zwischen Steinbach und dem Intendanten. Es scheint, dass Peter Svensson nun die Absage für dieses Jahr akzeptiert hat. Trotzdem möchte der Heldentenor heuer an einer anderen Location sein geplantes Programm bringen.

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