Ziersdorf fährt bald Kart . Inhaber Johann Eichinger stattete Strecke mit „leisem Asphalt“ aus und baute einzigartige Lichtanlage.

Von Sylvia Stark. Erstellt am 30. Oktober 2020 (04:53)
Aus der Vogelperspektive: Im Frühjahr 2021 sollen die ersten Karts über dieseStrecke rasen. Bis22 Uhr werden Kartfahrer ihrem Hobby frönen können.
Eichinger

Der motorisierte Rennsport hat in Ziersdorf Tradition. Nach den Straßenmotorradrennen in den 60er-Jahren und der Motocross-Strecke beim Ziegelofen gibt’s jetzt eine Kartbahn.

Johann Eichinger erwarb zwei Grundstücke, auf denen unter anderem die Disco „Joker“ stand. „Alt-Bürgermeister Johann Gartner fragte mich, warum ich nicht die Kartbahn im Wirtschaftspark Ziersdorf bauen will. Ich sagte, ich mache Lärm, das ist zu laut für die Ziersdorfer“, erzählt der Unternehmer.

Im Juni 2017 wurde sein Bauvorhaben im Kreuzungsbereich der Straße nach Großmeiseldorf und der B 4 genehmigt. Der 46-Jährige wollte immer eine eigene Kartbahn betreiben: „Diese von den Behörden genehmigt zu bekommen, ist nicht leicht“, berichtet Eichinger von seinen Erfahrungen. Für das Bistro war die Bezirkshauptmannschaft zuständig, für den Leihbetrieb der Kartautos die Landesregierung.

Einzigartige Lichtanlage

Doch jetzt ist der sympathische Landmaschinenmechaniker aus Zeiselmauer im Bezirk Tulln mit seinem Traum auf der Zielgeraden. Im Frühjahr 2021 werden die ersten Rennkarts in die Kurven geschmissen. Doch Vorsicht: Es gibt eine Steilkurve mit 14-prozentiger Steigung und einige Kurven hängen nach außen, nicht nach innen.

Die Lichtanlage ist einzigartig in Österreich. Die Rennfahrer können bis 22 Uhr am Abend fahren. Auch der Asphalt der Rennstrecke ist „mega“, schildert Eichinger, „es ist ein richtiger Rennasphalt, damit die Reifen nicht quietschen“. Kosten? Über 120.000 Euro.

Die Streckenführung ermöglicht sieben unterschiedliche Runden. Spezielle Vorkenntnisse braucht es nicht. Jeder, der hier fährt, erhält eine Einweisung.

Eichinger, der selbst bei nationalen Meisterschaften in Tschechien, Ungarn und Österreich mitgefahren ist, ist überdies Leiter des Vereins „Kinderracingteam“. Die Kids lernen zunächst mit Hütchen behutsam das richtige Bremsen und die Kunst, mit der passenden Geschwindigkeit in die Kurve zu fahren. Der Jüngste des 90-köpfigen Jungrennfahrer-Teams ist fünf, der Älteste ist zwölf Jahre alt.

Der Lärm von Straße und Bahn ist größer

Eichinger verfügt derzeit über 14 Karts für Erwachsene und zwölf für Kinder; alle mit Viertaktmotor ausgestattet. Und wie sieht es nun mit der Lärmbelästigung aus? „Der Lärm der Franz-Josefs-Bahn und der Bundesstraße ist größer. Und ich bin ja auch extra hier ins ehemalige Discoareal gezogen und nicht in den Gewerbepark von Ziersdorf“, sagt der Unternehmer.

Ob künftig auch Elektro-Karts ein Thema sein könnten? „In Oberösterreich gibt es gleich drei Bahnen mit Elektrokarts“, weiß Eichinger. Für ihn sei das vorerst aus Kapazitätsgründen jedoch noch nicht realistisch: „Ich kann noch nicht auf E-Karts umsteigen, da mir der Platz für eine Halle zum Aufladen der Autos fehlt. Wenn ein Elektrokart 45 Minuten auf der Rennstrecke fährt, dann braucht es 45 Minuten zum Aufladen.“