"100 Euro pro Jahr": Was ist weiches Wasser wert?

Liste Scharinger ist überzeugt, dass sich das Millionen-Projekt zur Enthärtung des Hollabrunner Trinkwassers auszahlen würde.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 05:48
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Geht es nach der Bürgerliste, sollen verkalkte Geräte bald der Vergangenheit angehören.
Foto: Shutterstock.com/Luuuusa

Kalkränder, verkalkte Geräte und der Bedarf nach einer kostspieligen, privat installierten Enthärtungsanlage: „Viele Hollabrunner kennen die Problematik mit der Härte des Trinkwassers“, sagt Bürgerliste-Gemeinderat Peter Tauschitz. Die Gesamthärte des Trinkwassers der städtischen Wasserversorgung von teilweise über 30°dH bedeute auch für die Infrastruktur der Wasserversorgung eine enorme Belastung. Er schlägt deshalb eine zentrale Enthärtung des Trinkwassers vor.

„Durch den Einsatz von beispielsweise Naturfilteranlagen ist es möglich, weiches Wasser zu gewinnen und die Wasserhärte stufenweise zu reduzieren. Eine Technik, die auch bei anderen Wasserversorgern eingesetzt wird und mittlerweile zum Standard zählt“, sagt Tauschitz. Die Liste Scharinger fordert dementsprechend ein Konzept für die Umsetzung einer zentralen Enthärtung des Trinkwassers der Stadtgemeinde Hollabrunn.

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50 bis 60 Cent mehr pro Kubikmeter

„Die vorgelegten Zahlen zeigen, dass mehrere Millionen investiert werden müssen, um das Trinkwasser zentral zu enthärten. Umgelegt auf die Kosten für die Wasseraufbereitung würde dies inklusive der Betriebskosten nach ersten Abschätzungen zusätzlich 50 bis 60 Cent pro m³ für die Gemeinde bedeuten“, rechnet Tauschitz vor und meint: „Klingt viel, aber umgelegt auf einen durchschnittlichen Verbrauch eines Haushalts mit 200 m³ sind das rund 100 Euro pro Jahr.

Im Vergleich zu den durchschnittlichen Kosten für eine private Enthärtungsanlage, dem Reinigungsmittelverbrauch und Wartungskosten für Haushaltsgeräte ein überschaubarer Betrag“, meint Tauschitz.

ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky zeigt sich grundsätzlich nicht abgeneigt, doch auch „sein“ Stadtwerke-Chef Thomas Bauer verweist auf die hohen Errichtungskosten, die es abzuwägen gilt. Da das Hollabrunner Wassersystem aus mehreren Brunnen gespeist wird, müssten mehrere Enthärtungsanlagen installiert werden. Dazu kommt der Wasserverbrauch fürs „Retourspülen“. Ein Für und Wider vor dem Hintergrund, dass das Hollabrunner Wasser generell sehr gesund sei.