Ärger: Bäume bei Schulcampus müssen doch weg

Erstellt am 23. September 2022 | 05:17
Lesezeit: 3 Min
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Stadträtin Sabine Fasching ist sauer, dass einmal mehr schöne alte Bäume einem Bauprojekt zum Opfer fallen.
Foto: Die Grünen
Hollabrunner Stadträtin Sabine Fasching ist sauer, dass zwei Linden und zwei Platanen entfernt werden sollen. Baudirektor Stephan Smutny-Katschnig zeigt Verständnis für den Ärger.
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Äußerst aufgebracht startete Grünen-Stadträtin Sabine Fasching in diese Woche. Auf der Schulcampus-Baustelle sollen mindestens vier Bäume – zwei Linden und zwei Platanen – gefällt werden. „Für mich ist es ein Skandal“, zeigte sich die zuständige Lokalpolitikerin empört.

„Wir haben von Beginn an darauf hingewiesen, dass die Bäume zu schützen sind. Und auch jetzt gibt es von mir die Aufforderung, alles zu tun, um diese Bäume zu erhalten“, betont Fasching. Immerhin sei bei der Präsentation der Pläne versichert worden, dass der bestehende Baumbestand erhalten bleibt. „Also was soll das jetzt?“, vermisst die Stadträtin eine vorausschauende Bauplanung mit Rücksicht auf die Bäume.

„Ich habe es satt, dass erhaltenswerte Bäume in Hollabrunn bei Bauvorhaben ständig als Hindernis angesehen werden. So eine Sichtweise ist in Zeiten der Klimakrise absolut nicht mehr zeitgemäß“, poltert Fasching. Vielmehr müssten Altbäume so lange wie möglich erhalten werden, weil deren ökologische Funktion von nachgepflanzten Jungbäumen erst in vielen Jahrzehnten erfüllt werden könne.

„Der Schulcampus wird von den Planern als Meilenstein im Schulbau für Niederösterreich gefeiert. Wenn dabei aber der Naturschutz für unsere künftigen Generationen auf der Strecke bleibt, hat das einen sehr bitteren Beigeschmack“, hadert die Stadträtin mit dem Verlust von „natürlichen Klimaanlagen“ und fordert deren Rettung. Gerade ein grünes Schulumfeld wirke beruhigend und würde die Umgebungstemperatur im Sommer eklatant abkühlen.

„Ich verstehe, dass sie nicht amused ist“, sagt Stadtbaudirektor Stephan Smutny-Katschnig auf NÖN-Nachfrage und versicherte: „Wir und der Architekt würden die wunderschönen alten Bäume auch gerne erhalten.“ Es habe diesbezüglich Gespräche mit Forstexperten gegeben, ob man hier durch ein Stutzen rettend eingreifen könnte. Es sei jedoch zu befürchten, dass die Bäume dann in naher Zukunft durch die Fundamentierung sterben würden, deshalb gebe es keinen Weg an der Maßnahme vorbei.

Lange bevor dort die alte Fleischerschule errichtet wurde, seien die Bäume gepflanzt worden. Wahrscheinlich sei auch schon die zu verlegende Fernwärmeleitung von den Wurzeln umrankt. Klar sei jedoch, so Smutny-Katschnig, dass sowohl in den Innenhöfen als auch im Außenbereich zahlreiche neue Bäume gepflanzt werden, um ein grünes Erscheinungsbild des Campus zu sichern.

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