Asfinag-Zeitplan: „Können nicht einverstanden sein“. Weil sie nicht weitere zwei Jahre warten wollen, hoffen B 303-Anrainer auf die Hilfe ihres Landeshauptmanns.

Von Sandra Frank und Christoph Reiterer. Erstellt am 15. Juli 2014 (09:35)
NOEN, Archiv
Wilfried Hammer, Sprecher des Bürgerforums Guntersdorf, fordert einen Baubeginn mit 2015. Dabei hofft er auf die Hilfe von Landeshauptmann Pröll. Foto: Archiv
„Wir machen jetzt einmal eine Sommerpause“, sagt Wilfried Hammer, Sprecher des Bürgerforums Guntersdorf. Auch von seinen Bürgerforum-Kollegen – Leopold Kipper in Grund und Peter Schießwohl in Schöngrabern – wisse er, dass diese eine Demonstrations-Pause einlegen. Aber: „Wenn’s notwendig ist, dann machen wir natürlich wieder was“, sind die Initiatoren allzeit bereit.

Landeshauptmann soll Baubeginn beschleunigen

Die Anrainer der B 303 sind zwar froh darüber, dass die Asfinag nun endlich einen neuen Zeitplan präsentierte, sind mit dem Zeitpunkt aber noch unzufrieden. Laut Asfinag soll der Baubeginn des Abschnitts Hollabrunn-Guntersdorf der Weinviertler Schnellstraße S 3 im zweiten Halbjahr 2016 erfolgen.

„Wir können damit nicht einverstanden sein!“, will Hammer nicht noch zwei Jahre warten. Schon gar nicht nach den „mehrmalig nicht eingehaltenen Zusagen und Versprechungen“. Die Forderungen der Bürgerforen sind daher ganz klar: „Wir wollen einen Baubeginn 2015.“

Der Guntersdorfer hofft jetzt vor allem auf die Hilfe von Landeshauptmann Erwin Pröll. „Ich habe um ein Gespräch mit dem Landeshauptmann gebeten. Wir würden uns wünschen, dass er mithilft, den Baubeginn zu beschleunigen.“ Denn Hammer glaubt nicht, dass die Bürokratie allein verantwortlich für den Baubeginn ist.

„Ich glaub’s erst, wenn der Bagger dasteht“ 

„Ich warte jetzt einmal die Antwort vom Büro Pröll ab“, nennt Hammer den Grund, warum er vorerst die Bürger nicht wieder aktivieren möchte. Auch mit dem Verkehrsministerium stehe er in Kontakt. Seine Skepsis, was den tatsächlichen Baubeginn der Straße betrifft, konnte Hammer immer noch nicht ablegen. „Ich glaub‘s erst, wenn der Bagger dasteht. Und das, obwohl der Guntersdorfer auch Kontakt mit der Asfinag hält, die ihn über den Ablauf des UVP-Verfahrens sowie die weiteren Verfahrensschritte auf dem Laufenden hält.

Skepsis herrscht bei den Anrainern und Politikern nicht nur in Bezug auf den Zeitplan. Wie FPÖ-Parlamentarier Christian Lausch bereits vergangene Woche bemerkte, sei er nach wie vor für einen Vollausbau der Strecke und nicht für eine „Sparvariante“ à la Hollabrunn-Stockerau.

Doch dass der Ausbau der Schnellstraße mit Betonleitwand auch sicherheitstechnisch ein Meilenstein sein wird, beweist ein Blick auf die Statistik seit dem Ausbau zwischen Stockerau Nord und Hollabrunn Süd. Die Fertigstellung dieses Abschnitts jährt sich am 27. Juli zum fünften Mal. „Ein außerordentlicher und für eine Hauptverkehrsstraße wirklich seltener Termin: fünf Jahre ohne tödlichen Unfall“, wie Gerhard Rossipaul betont.

Seit der Fertigstellung der S 3 keine Todesopfer mehr

Der mittlerweile pensionierte führende Mitarbeiter der Straßenbauabteilung Hollabrunn war für die sicherheitstechnische Ausgestaltung der Straße zuständig. Oberstes Gebot sei die maximale Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gewesen.

„Während der Bauarbeiten bemängelten viele besonders die Gestaltung der Stellen der Verengungen von zwei auf einen Fahrstreifen“, erinnert sich Rossipaul.

Doch der Erfolg gibt ihm Recht: Zwischen 2002 und 2009 gab es 22 Todesopfer zwischen Stockerau Nord und Hollabrunn Süd zu beklagen. Seit der Fertigstellung der S 3 gab es kein einziges mehr. Und auch die jährliche Anzahl der Unfälle mit Personenschaden hat sich mehr als halbiert. Somit sei die S 3 eine der sichersten Straßen von ganz Österreich.