Bald leere Gebäude: SPÖ schlägt Zentrum für Primärversorgung vor

Erstellt am 24. Juni 2022 | 04:37
Lesezeit: 3 Min
Primärversorungszentrum Hollabrunn
SPÖ-Bezirksvorsitzender Stefan Hinterberger (l.) und Stadtparteiobmann  Friedrich Dechant schlagen vor, dass aus der Volksschule Koliskoplatz ein Primärversorgungszentrum werden soll, sobald der Hollabrunner Schulcampus fertiggestellt ist.
Foto: SPÖ Hollabrunn
Hollabrunns Stadtrat Friedrich Dechant sieht Volksschule Koliskoplatz als Chance für den Ausbau der ärztlichen Versorgung in der Stadt.
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Der Schulcampus entsteht am Messegelände, über die Nachnutzung der damit frei werdenden Volksschulgebäude in der Bezirkshauptstadt verkündeten nun die Roten eine Idee. „Die Verantwortlichen sollten sich schon jetzt über die Parteigrenzen hinweg über die Nachnutzung als Primärversorgungszentrum Gedanken machen“, sagt Sozialstadtrat Friedrich Dechant.

Die ärztliche Versorgung in der Stadt und folglich im Bezirk würde damit verbessert werden. Gleichzeitig sollen dadurch Kassenarztstellen attraktiver werden. „Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen die langen Wartezeiten bei Kassenfachärzten und der Umstand, dass die Stelle des Lungenfacharztes in Hollabrunn seit Monaten nicht nachbesetzt werden kann“, argumentiert SPÖ-Bezirksvorsitzender Stefan Hinterberger.

SPÖ: Umbau als Chance für heimische Betriebe

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SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant: „Jetzt Gedanken machen.“
Foto: SPÖ

Die Überparteilichkeit ist Dechant in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Konkret haben die Sozialdemokraten die Volksschule am Koliskoplatz ins Auge gefasst. Dass diese noch barrierefrei gemacht werden müsste, hält der Stadtparteichef nicht für problematisch. „Ein Umbau ist auch eine Chance für heimische Betriebe.“

Werden die Arbeiten in der Region vergeben, wäre dies eine Investition in die regionale Wirtschaft „und ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen im Bezirk“.

„Die Idee hinter einem Primärversorgungszentrum ist ein Zusammenschluss von Medizinern an einem zentralen Ort“, erklärt Hinterberger. Allgemeinmediziner und Fachärzte ordinieren unter einem Dach, im besten Fall wird mit Physiotherapeuten und Pflegekräften für eine umfassende Basisversorgung zusammengearbeitet. „Eine hausärztliche Vertretung, die in derselben Praxisgemeinschaft ordiniert und die Krankengeschichte des Patienten kennt, wäre damit garantiert“, nennt Dechant einen weiteren Vorteil.

Für Mediziner sei die Arbeit in einer Gruppenpraxis ebenfalls angenehmer. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde somit erhöht.

„Die Fördermittel sind so hoch wie nie“

Warum gerade jetzt der ideale Zeitpunkt ist? „Österreich hat im Dezember des Vorjahres zusätzlich 100 Millionen Euro im Rahmen des EU-Aufbauplans zugesichert bekommen, um die Primärversorgung weiter auszubauen“, sagt Hinterberger. Dechant ergänzt: „Die Fördermittel sind derzeit so hoch wie nie.“ Darum sollte die wohnortnahe Gesundheitsversorgung gezielt und nachhaltig gestärkt oder innovative Versorgungsmodelle installiert werden.

ÖVP: „Alles eine Frage der Finanzierung“

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ÖVP-Stadtchef Alfred Babinsky: „Sicher eine gute Idee.“
Foto: WK

Was sagt Stadtchef Alfred Babinsky (ÖVP) zu diesem Vorschlag? „Ich werde diese Idee für die Nachnutzung aufnehmen, die Idee ist sicher eine gute. Es ist alles eine Frage der Umsetzung und Finanzierung.“ Persönlich habe die SPÖ mit ihm darüber noch nicht gesprochen.

Für Babinsky ist eine rasche Nachnutzung der Gebäude jedenfalls wichtig. Sobald der Campus fertig ist und die Volksschulen übersiedelt sind, werden die Gebäude adaptiert. Die Immobiliengesellschaft des Landes NÖ sei seit Längerem damit beauftragt, mögliche neue Mieter für die Gebäude zu finden. „Das ist Bestandteil des Finanzierungsplans für den Schulcampus“, ergänzt der Bürgermeister.

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