Bauboom sorgt für Polit-Disput

Bürgerliste fordert ein Gegensteuern der Stadtgemeinde Hollabrunn. ÖVP-Stadtrat hält Vorpreschen der Liste für wenig hilfreich.

Erstellt am 07. Januar 2022 | 05:39
Lesezeit: 2 Min
Bauboom Hollabrunn
LS-Mandatar Andi Fischer (links im Bild) mahnt: „Bauboom erzeugt Probleme.“ Günter Schnötzinger (rechts im Bild) , ÖVP: „Unausgereifte Anträge nicht hilfreich.“
Foto: LS, ÖVP

Das rasche Wachstum der Gemeinde („an einigen Stellen zu schnell“) ist in Hollabrunn auch für die Liste Scharinger ein Problem, das in der politischen Arbeit 2022 einen wesentlichen Faktor darstellen wird. „Der Bauboom – insbesondere der mehrgeschossige Wohnbau – erzeugt schon jetzt Probleme, die sich nur schwer beheben lassen“, meint Gemeinderat Andreas Fischer. Hier werde die Gemeindeentwicklung aus seiner Sicht nicht aktiv genug gesteuert.

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Die Bürgerliste fordert unter anderem eine Beschränkung auf maximal Bauklasse III (bis 11 Meter) für künftige Wohnbauten. Und es sollen Vorgaben für die Bebauungsdichte und die maximale Geschoßflächenanzahl ebenso erarbeitet werden wie für die Begrünung von Dächern oder Fassaden.

Zentren verdichten, Ränder weniger verbauen

Der zuständige ÖVP-Stadtrat Günter Schnötzinger wünscht sich hier „mehr ein gemeinsames Vorgehen“. Klar sei, dass es eine unverändert hohe Nachfrage nach Wohnungen gibt, da die Realisierung eines Eigenheims für viele Bürger einfach nicht zu meistern ist. „Die Verdichtung in zentralen Lagen von Hollabrunn ist ökologisch und raumordnungstechnisch sinnvoller als neue Randflächen aufzuschließen“, betont Schnötzinger.

Die Gemeinde habe die Entwicklung hier freilich im Auge und in Bereichen der Stadt etwa bereits eine Bausperre beschlossen sowie die Bevölkerung ins Stadtentwicklungskonzept eingebunden.

Außerdem, so der ÖVP-Stadtrat: „Wir haben in der KG Hollabrunn sehr wenige Grundstücke mit einer höheren Bauklasse als III und es werden auch nicht mehr werden.“ Vorgeschriebene Bebauungsdichten seien einzuhalten und neue Wohngebäude würden zunehmend ökologisch und begrünt errichtet. „Begrünungsmaßnahmen sind nicht überall einfach umsetzbar, sie sollen aber empfohlen werden – freiwillig und ohne Zwang“, sagt Schnötzinger, der weitere Maßnahmen selbst für notwendig hält; etwa eine Beschränkung der Anzahl der zulässigen Wohneinheiten.

Doch es sei nicht hilfreich, Ängste zu schüren und unausgereifte Anträge zur vermeintlichen Profilierung einzubringen, richtet er der Bürgerliste aus. „Ich bin aber zuversichtlich“, so Schnötzinger, „dass hier mehrere Gemeinderatsfraktionen vernünftige Maßnahmen beraten und letztendlich umsetzen werden.“ -cr-