Hollabrunn

Erstellt am 18. Januar 2017, 08:38

von Sandra Frank

Die Roten haben sich neu aufgestellt. Patrick Eber, der Nachfolger von Günter Tröger, ist als Kommunalbetreuer erste Ansprechperson.

Patrick Eber (SPÖ)  |  NÖN Archiv

Mit 1. Jänner 2017 verabschiedete sich Günter Tröger als Bezirksgeschäftsführer der SPÖ in die Pension. Und mit ihm auch seine Funktion, denn ab sofort gibt es bei den Roten einen sogenannten Kommunalbetreuer. Diese Funktion führt Patrick Eber, Fraktionsführer der SPÖ in Zellerndorf, aus.

Die NÖN sprach mit dem 28-Jährigen über seine Aufgaben, die neuen Strukturen innerhalb der SPÖ und über die Grundsatzrede von Bundeskanzler Christian Kern.

NÖN: Wie sehen die neuen Strukturen in der SPÖ genau aus?

Patrick Eber: Es hat sich nur die Administrationsstruktur verändert. Es wird weiterhin Bezirksvorsitzende und alle Gremien geben. Neu ist, dass es jetzt eine Regionalgeschäftsstelle gibt. In unserem Fall befindet sich diese in Stockerau. Regionalgeschäftsführer wird Johann Kemminger, bisheriger Bezirksgeschäftsführer in Mistelbach. Ihm unterstehen zwei Kommunalbetreuer. Einer davon bin ich. Außerdem gibt es zwei Büroassistenten, Elisabeth Riedl in Hollabrunn und Thomas Speigner für Korneuburg.

Hans Kemminger steht dem Ganzen vor

Welche Bezirke fallen in den Bereich der Regionalstelle?

Unser Gebiet ist der Wahlkreis 3a Weinviertel. Dieser umfasst die Bezirke Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach. Gänserndorf bildet seit Herbst des vergangenen Jahres mit Bruck an der Leitha ja einen eigenen Wahlkreis.

Welches Gebiet betreuen Sie?

Ich werde mich um die Gemeinden im Bezirk Hollabrunn sowie um 16 Gemeinden aus dem Korneuburger Bezirk kümmern. Meine Kollegin Silvia Schneider übernimmt den Bezirk Mistelbach und vier Gemeinden im Bezirk Korneuburg. So hat jeder von uns 40 Gemeinden.

Wie sind die Aufgaben verteilt?

Hans Kemminger steht dem Ganzen vor, übernimmt den Großteil der Verwaltung – gemeinsam mit seinen Assistenten – und fungiert als Verbindungsstück zwischen Land und den Bezirksvorsitzenden. Wir Kommunalbetreuer sind die, die im Angelände – so sagt man beim Bundesheer – herumschwirren. Wir sind bei den Mitgliedern draußen und erste Ansprechpersonen für Ortsorganisationen. Wir sind sehr mobil und flexibel und das Bindeglied zur Geschäftsführung.

Das Bezirksbüro in Hollabrunn bleibt erhalten?

Ja, die Außenstellen in Hollabrunn und Mistelbach bleiben als „Red Points“ bestehen. Das Land lässt uns hier zum Glück viele Freiheiten.

Sie haben das Bundesheer erwähnt, Ihren ehemaligen Arbeitgeber. Was ist für Sie persönlich nun die größte Umstellung?

Ich war Ausbildungsoffizier in der Korneuburger Kaserne. Ich hab‘s sehr gern gemacht und bin auch jetzt noch bei der Miliz. Der größte Unterschied ist sicher, dass es beim Bundesheer eine klare Hierarchie gab. Man gibt Befehle und die werden ausgeführt. Jetzt arbeite ich mit Ehrenamtlichen. Aber auch das mach‘ ich gern. Da ich seit Jahren in vielen Vereinen tätig bin, kann ich damit umgehen.

Es ist an der Zeit, etwas Neues zu machen

Welches ist das erste große Event in Ihrer neuen Funktion?

Das wird die Maifeier werden, die organisiere ich zum ersten Mal allein. Letztes Jahr war Günter Tröger noch federführend. Die Feier wird heuer übrigens in Pleissing stattfinden. Das freut mich besonders, denn dort war sie noch nie.

Seit wann arbeiten Sie in der Bezirksorganisation mit?

Im Herbst 2015 wurde die Funktion als Kommunalbetreuer ausgeschrieben, ich habe mich beworben und konnte das Hearing für mich entscheiden. Seit 1. Jänner 2016 bin ich Mitarbeiter im Bezirksbüro und hatte so genug Zeit, mich einzuarbeiten. Elisabeth Riedl und Günter Tröger haben mich sehr gut unterstützt, dafür möchte ich mich bedanken. Ganz besonders bei Günter, immerhin war er knappe 30 Jahre Bezirksgeschäftsführer. Er hat den Bezirk mit aufgebaut und ist Sozialdemokrat mit Leib und Seele.

Themenwechsel: Bundeskanzler Kern hielt vergangenen Donnerstag seine erste Grundsatzrede in Wels. Sein „Plan A“ ist sehr umfangreich und ambitioniert …

Plan A ist eindeutig eine Ansage. Kern hat eine Vision, wie der Staat Österreich sein soll. Das hat in der Politik, meiner Meinung nach, in den letzten Jahren völlig gefehlt. Es ist vieles dabei, was mich anspricht. Er hat Dogmen infrage gestellt und Themen aus der Wirtschaft angesprochen, die sonst eher die ÖVP für sich beansprucht – wie die Entrümpelung des Gewerberechts.

Steht das A im Plan A auch für Aufbruchsstimmung?

Es ist an der Zeit, etwas Neues zu machen. Die SPÖ hat sich zu lange darauf beschränkt, aus der Geschichte – den Erfolgen von Bruno Kreisky – zu leben. Es wird derzeit auf hohem Niveau geraunzt. Dieses hohe Niveau wurde von der Sozialdemokratie geschaffen. Auch Kreisky hatte Visionen. Kern hat seine sehr gut durchdacht. Mir gefällt’s.