BH-Chef geht: Nur vor ihm kniete die Landeshauptfrau. „Bewahrt euch den Teamgeist, den ich erleben durfte“, dankte Stefan Grusch für die schöne Zeit in Hollabrunn.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 12. Juli 2017 (05:21)
NLK Reinberger
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Bezirkshauptmann Stefan Grusch und dessen Familie.

Nahezu alles, was im Bezirk Rang und Namen hat, marschierte am Mittwochvormittag im Hollabrunner Stadtsaal auf: Für Stefan Grusch war es der endgültige Schlusspunkt seiner Zeit als Bezirkshauptmann von Hollabrunn. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hatte zur Amtsübergabe an Andreas Strobl geladen ( wir hatten berichtet, siehe hier  und unten).

„Danke für deinen Humor, deinen Elan und Führungsstil“, eröffnete BH-Stellvertreter Karl-Josef Weiss den Reigen der Abschiedsreden und versicherte zugleich dem neuen Chef: „Wir werden dich nach besten Kräften unterstützen.“

Stefan Grusch werde Hollabrunn immer im Herzen tragen, meinte die Landeshauptfrau. Sie wisse aber, dass er sein Herz auch schon an Gmünd verloren habe, wo er nun seine neue BH-Dienststelle hat. Mikl-Leitner erinnerte sich außerdem an eine Kindergarten-Eröffnung in Guntersdorf vor etwa neun Jahren. Als man darüber sprach, dass ein paar mehr Kinder nicht schaden würden, meinte sie zu Grusch: „Wennst ein viertes kriegst, knie ich vor dir nieder.“ Es dauerte nicht lange, da war der kleine Leopold als viertes Kind im Hause Grusch schon unterwegs. „Das war das einzige Mal, dass ich vor einem Mann gekniet bin – und sicher das letzte Mal“, schmunzelte die Landeshauptfrau.

Der neue BH-Chef von Hollabrunn war zuletzt in jenem Bezirk engagiert, in dem Mikl-Leitner lebt: Wien-Umgebung. „Er war es, der meinen Bezirk aufgelöst hat.“ Das habe Strobl mit Professionalität und Sensibilität getan. „Er hat sich im schwierigsten Bezirk unglaublich bewährt.“ Die Auflösung des „Splitterbezirks“ sei ein richtiger Schritt gewesen, weitere Zusammenlegungen soll es nicht geben, denn die Bezirkshauptmannschaften hätten den Vorteil, ganz nahe bei den Menschen zu sein.

Gemeindevertreterverbandsobmann Manfred Marihart (VP) dankte Grusch für die Arbeit auf Augenhöhe und dafür, dass der BH-Chef bei der Kampagne gegen die Vereinsfeste die Initiative ergriffen hatte. „Von Horn ist es ja nicht so weit, du bist immer willkommen!“ Gruschs Nachfolger lud Marihart ein, das Bezirksschiff als Kapitän zu steuern. „Wir setzen großes Vertrauen in dich.“

„Herzlichen Dank für die gestern beschlossenen Bedarfszuweisungen für die Gemeinden“, eröffnete der rote GVV-Obmann Herbert Goldinger seine launige Ansprache. Die BHs bezeichnete er als moderne Dienstleistungszentren. Andreas Strobl sei nun der vierte Bezirkshauptmann, mit dem er zu tun hat. Die schönen Bürgermeister-Ausflüge mit Stefan Grusch werden in Erinnerung bleiben. „Der letzte hat uns noch Wochen danach beschäftigt.“

„Es ist ein Meilenstein und Endpunkt“, dankte Grusch schließlich für die Wertschätzung. „Ich möchte keinen Tag der elf Jahre und drei Monate missen. Das hängt mit den Menschen zusammen, mit denen ich Kontakt hatte.“ An erster Stelle seien das die Mitarbeiter gewesen, mit denen es eine großartige Zeit gewesen sei. „In eurem Kreis habe ich mich immer sehr wohl gefühlt.“ In einer privat sehr schweren Zeit – aufgrund eines Krankheitsfalls im engsten Familienkreis – habe er sich getragen gefühlt. „Bewahrt euch den Teamgeist, den ich erleben durfte.“

Mit der Bewerbung für die Landesausstellung 2021 gibt es ein Projekt, das noch läuft und Grusch nutzte freilich die Gelegenheit, vor der Landeshauptfrau noch einmal die Werbetrommel zu rühren, um im Rennen gegen das Marchfeld den Zuschlag zu bekommen.

Er wolle seine Aufgaben mit Leben erfüllen, die Anliegen der Menschen ernst nehmen und eine Plattform für den Ausgleich verschiedener Interessenslagen bieten, so Strobl. Er habe ein ausgezeichnetes Haus übernommen, dankte er Grusch für die kollegiale Übergabe. „Ich möchte auf die Menschen zugehen und meinen Beitrag für einen lebenswerten Bezirk leisten.“