Diebstahl am Friedhof: „Wer macht so etwas?“. Gestohlener Igel ist leider kein Einzelfall am Friedhof Hollabrunn, bestätigt zuständiger Stadtrat.

Von Sandra Frank. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:19)
Dieser Igel lag am Grab von Horst Albrecht. Er wurde gestohlen.
privat

Gerda Albrecht ist traurig und verärgert über einen unverschämten Diebstahl am städtischen Friedhof.

Ihr Mann Horst Albrecht verstarb zu Silvester 2019. Im Herbst dekorierte Tochter Elisabeth das Grab am Hollabrunner Friedhof mit einem kleinen Igel aus Ton. „Jetzt ist er verschwunden. Wer macht denn so etwas?“, fragt sich Gerda Albrecht entsetzt. Dabei gehe es ihr nicht um den materiellen Wert der Deko-Figur; dieser sei sehr gering.

Den Abdruck des Igels habe sie noch gesehen, als sie Rosen zum Grab brachte. „Ich hab’ gehofft, es ist nur Spaß und der Igel wird wieder zurückgebracht. Dem war leider nicht so“, bedauert die Witwe. Sie habe auch von anderen gehört, dass immer wieder Blumen oder Gestecke verschwinden. Von einer Anzeige sieht die Magersdorferin jedoch ab. „Das bringt ja nichts. Außerdem ist der Wert wirklich gering.“ Dass der Deko-Igel vom Grab gestohlen wurde, empfindet sie als Frechheit. „Man legt vielleicht Blumen an einem Grab ab, aber man stiehlt doch nichts!“

Friedhofsstadtrat: „Menschlich ist das sehr schlimm“

Friedhofsstadtrat Wolfgang Scharinger kennt das Problem: „Das passiert leider öfter, dass etwas entwendet wird.“ Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, werde gestohlen. Darum werde am Abend die Hälfte des Eingangstors von den Gemeindearbeitern versperrt. „Dann kann man wenigstens nicht mit dem Auto in den Friedhof fahren.“ Denn sogar große und schwere Vasen oder Blumenschalen aus Stein samt Erde seien bereits gestohlen worden. „Mehr können wir leider nicht tun“, ist Scharinger hier machtlos.

Auf den WC-Anlagen am Friedhof werde sogar mit dem Klopapier gespart, weil dieses immer wieder entwendet werde. „Bei den Gießkannen habe ich zum Glück vor Jahren ein System gefunden“, erinnert Scharinger an den Gießkannenautomaten. „Menschlich ist das sehr schlimm“, versteht er den Kummer von Gerda Albrecht.

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