Hollabrunn: FPÖ präsentiert Führungstrio. Die Liste der Stadt-FPÖ steht. Christian Lausch, Michael Sommer und Sonja Grasel führen ein Team aus neuen Gesichtern an, die sich für die Stadt und die Katastralgemeinden einsetzen - und die Mehrheitspartei kontrollieren wollen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 13. Dezember 2019 (12:53)
Im Gemeinderatswahlkampf für die Freiheitlichen (v.l.): Werner Kral, Josef Dötzl, Christian Lausch, Sonja Grasel, Michael Sommer und Horst Winkler.
Sandra Frank

„Vom Alter und von den Themen her, decken wir alles sehr gut ab“, stellt FPÖ-Stadtparteiobmann Michael Sommer das „Führungstrio“ vor, mit dem die Freiheitlichen in den Wahlkampf gehen. Es handle sich um eine „Pro-forma-Reihung“, wie Sommer betont. Der 23-Jährige ist die Nummer zwei der Stadt-FPÖ. Gemeinderat Christian Lausch (50) ist Listenerster, die Dritte im Bunde ist Sonja Grasel (27). 

Noch 2015 fuhren die Freiheitlichen mit sechs Gemeinderatssitzen ein Rekordergebnis ein, nach diversen Abspaltungen starten sie nun von einem Mandat weg. Darum sei es „unser Minimalziel“, wie Lausch sagt, diesen einen Sitz zu verdoppeln. Nach mehr werde natürlich gestrebt.

Junges Wohnen gibt's "absolut zu wenig"

Die Freiheitlichen wollen ihren Beitrag zum „Klimaschutz mit Hausverstand“ leisten, indem sie sich weiterhin für den zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahnstrecke einsetzen werden. So werde etwas für den Klimaschutz, aber natürlich auch für die Pendler im Bezirk getan.

Ein Thema, das dem Führungstrio am Herzen liegt, sind Junge und junge Familien. Gerade im Bereich des Jungen Wohnens sei in Hollabrunn nur wenig getan worden: „Es gibt nur drei oder vier Wohnungen in der Stadt. Das ist absolut zu wenig“, meint Sommer. Diese Info habe er von der Homepage des Landes NÖ. Deklariert als „Junges Wohnen“ seien mehr Wohnungen, aber:

„Wenn man 30.000 Euro Anzahlung und 700 bis 800 Euro Miete zahlen muss, frag‘ ich mich, wie sich Jungfamilien das leisten sollen.“ Gerade jungen Familien müssten Anreize – von günstigen Wohnungen bis hin zu ausreichend Kindergartenplätzen – geboten werden, um in der Bezirkshauptstadt zu bleiben. Sommer ortet nämlich die Gefahr, dass Hollabrunn zu einer „Pensionisten-Stadt“ werde, wenn die Jungfamilien abwandern.

Mehr Kindergartenplätze in Katastralgemeinden

„Man darf aber nicht immer nur die Stadt sehen“, spricht Lausch die Situation in den Katastralgemeinden an. Hier fehle es oft an Kindergartenplätzen. Eltern seien gezwungen, ihre Kinder nach Hollabrunn zu bringen. Eine davon ist Sonja Grasl. Die zweifache Mutter lebt mit ihrer Familie in Aspersdorf, einen Kindergartenplatz hat sie aber in Hollabrunn. 

Wie man das lösen könnte? „Wenn man sieht, dass es viele Jungfamilien gibt, könnte man ausbauen“, meint die Bürokauffrau. Der Kindergarten in ihrem Heimatort sei mit einer Gruppe aktuell zu klein. „Es gibt auch billige Möglichkeiten“, spricht Lausch von Containerlösungen. Nachsatz: „Es darf nicht nur einen Prunkbau in der Stadt geben, man muss auch an die Katastralgemeinden denken.“

Parkplätze: Gut gebaut, aber schlecht beschildert

Unzufrieden sind die Blauen außerdem mit der Parkplatzsituation. Rund um den Hauptplatz sollte es, wenn es nach Lausch geht, einige Parkplätze geben, auf denen nur 30 Minuten geparkt werden darf. „So können die Menschen kurz ihre Einkäufe erledigen und dann die Parkplätze für andere freimachen.“

Freitagvormittag gaben Stadtparteiobmann Michael Sommer (l.) und Nationalratsabgeordneter Christian Lausch (Mitte) die Kandidatenliste der Hollabrunner Freiheitlichen im Rathaus bei Helmut Schneider ab.
Sandra Frank

Derzeit sei es so, dass potenzielle Einkäufer nach mehreren Runden am Hauptplatz aufgeben und anderswo ihre Besorgungen machen. Die neuen Parkplätze am ehemaligen Fahrschulareal in Hauptplatznähe seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber: „Viele wissen gar nicht, dass es die gibt.“ Sie seien gut gebaut, aber schlecht beworben und schlecht ausgeschildert.

Für Lausch ist klar, dass die Freiheitlichen auch in Zukunft eine Kontrollfunktion haben werden. „Das ist ganz wichtig, wie man gerade sieht“, spielt der Nationalratsabgeordnete auf die aktuellen Diskussionen rund um die Vergabe eines neuen Lokals am Strudelteich an.

Weitere Kandidaten wollen mitgestalten

„Mit 54 ist ein optimaler Zeitpunkt, um die Zukunft in der Gemeinde mitzugestalten“, stellte sich Josef Dötzl als Listenvierter vor. Der Hollabrunner ist Kriminalbeamter und hat die Landeskoordination der „Task Force Solbe“ inne. Solbe steht für Sozialleistungsbetrug. Diesem will Dötzl mit seinem Team, das es seit 1. Jänner 2019 gibt, Einhalt gebieten. 

Der Kleedorfer Werner Kral ist hinter Dötzl gereiht. Er wollte bereits 2009 für die Freiheitlichen kandidieren. Da kam dem fünffachen Vater aber die Liebe dazwischen. 

Horst Winkler, Listensechster, will sich vor allem für Behinderte und ein wirklich barrierefreies Hollabrunn einsetzen. Vor allem bei Veranstaltungen ortet er hier grobe Versäumnisse. „Dass es bei der Augustwiesn nicht einen Behindertenparkplatz gibt, ist ein Skandal!“, meint der 49-Jährige.

FPÖ-Liste Hollabrunn:

1) Christian Lausch

2) Michael Sommer

3) Sonja Grasel

4) Josef Dötzl

5) Werner Kral

6) Horst Winkler

7) Bayram Sezen

8) Jürgen Kramer

9) Veronika Sterba

10) Heribert Honner

11) Inge Cihlar

12) Garbiela Miklos

13) Ulrike Broesigke

14) Heidemarie Ebert-Schmidt

15) Günther Maurer