Für Bauland: Stadt widmet Grünoase um. Georg Ecker fordert Aussetzung, Bürgermeister Alfred Babinsky: „Wertvolles Bauland.“

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 23. September 2020 (05:10)
Grünraum soll erhalten bleiben,fordert Georg Ecker.
Grüne

„Selbst im Land Niederösterreich ist mit der neuen Raumordnungsnovelle mittlerweile angekommen, dass der Flächenfraß und die Bodenversiegelung ein großes Problem darstellen, doch in Hollabrunn wird weiter wertvolles Grünland versiegelt“, ärgert sich Grünen-Gemeinderat Georg Ecker angesichts von anstehenden Umwidmungen von Grünland in Bauland.

Negativer Höhepunkt sei nun die Fläche des ehemaligen Pfadfinder-Areals in der Robert Löfflerstraße, wo knapp 3.000 Quadratmeter künftig für die Bebauung gewidmet werden sollen. Das bestehende angrenzende Gebiet des Landschaftsteichs werde mit dieser Maßnahme entwertet – „durch höhere Einsehbarkeit von den neuen Wohnungen, mehr Lärm und den Schattenwurf der Bauten“, argumentiert der Grünen-Klubobmann gegen die Pläne der ÖVP-Stadtregierung. „So günstig gelegen für ein großes Naherholungsgebiet mit altem Baumbestand und Artenvielfalt gibt es sonst kaum einen Grünraum in Stadtlage.“

Die Fläche sei in Gemeindebesitz und der bestehende Landschaftsteich würde durch einen angrenzenden Park enorm aufgewertet. „Ein neues Naherholungsgebiet in einem bereits sehr aktiven Siedlungsgebiet würde entstehen“, sagt Ecker. Das nahegelegene Krankenhaus sowie der Kindergarten würden genauso profitieren.

Umwidmung auf Bauland ist wichtig für die Stadt, sagt VP-Stadtchef Alfred Babinsky.
WK

Anrainer hätten sich bereits bei den Grünen gemeldet und über die anstehende Umwidmung beschwert. „Die Betroffenen haben berichtet, dass sie von der Gemeinde nicht über die geplante Umwidmung verständigt wurden, obwohl das gemäß Raumordnungsgesetz der Fall sein hätte müssen. Viele konnten daher von der Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben, nicht Gebrauch machen“, mahnt Ecker.

Er fordert daher, dass die in der nächsten Gemeinderatssitzung geplante Umwidmung von der Tagesordnung abgesetzt wird. Für ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky scheint die Entscheidung jedoch gefallen, das Grundstück mittelfristig zu verwerten: Hier gehe es auch um wichtige finanzielle Mittel für die Gemeinde; „wertvolles Bauland, das wir für die Zukunft in Evidenz halten“.

Ein konkretes Projekt steht vorerst nicht an. Zur nicht erfolgten Verständigung? „Alles wurde ordnungsgemäß ausgehängt“, so Babinsky.