Geruchsbelästigung: VP-Aktion regt SP auf. In Breitenwaida, Dietersdorf und Sonnberg stinkt es nach wie vor. Die ÖVP sammelt nun Unterschriften, um bei entsprechenden Stellen Druck zu erzeugen, die Situation zu verbessern. SPÖ ortet darin bereits Wahlkampfauftakt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 07. Juni 2019 (10:55)
Gemeinde Hollabrunn
Hollabrunns Umweltgemeinderat Josef Keck und Vizebürgermeister Alfred Babinsky sammeln Unterschriften, um die NÖ Landesregierung sowie alle zuständigen Behörden und die Firma NUA Abfallwirtschaft GmbH aufzufordern, sofort alle erforderlichen Maßnahmen zu setzen, um die Geruchsbelästigung in den Katastralgemeinden nachhaltig zu reduzieren.

Auch 2019 stinkt’s in den Katastralgemeinden Breitenwaida, Dietersdorf und Sonnberg. Seit Jahren klagen die Bewohner, dass der Gestank, der von der Kompostieranlage Brantner ausgeht, kaum zu ertragen ist. Die Gemeinde versuchte in den Vorjahren zu vermitteln. Spürbare Verbesserungen konnten aber nicht erzielt werden. 

Darum rief die Hollabrunner ÖVP nun eine Unterschriftenaktion ins Leben. „Der Bürgermeister und auch der Gemeinderat der Stadtgemeinde Hollabrunn haben keine Rechtsmittel, um hier eingreifen zu können“, ist als Erklärung auf der Homepage der Stadtgemeinde zu lesen.

ÖVP sammelt Unterschriften für Resolution

Deshalb werden Unterschriften für eine Resolution gesammelt. Die Liste soll an die Bezirkshauptmannschaft sowie an die zuständige Abteilung in der NÖ Landesregierung übergeben werden. Eine Aktion, die die Hollabrunner SPÖ aufregt: „Der Bezirkshauptmann wird parteipolitisch besetzt. Wir haben eine absolute ÖVP-Mehrheit in der Stadtgemeinde und im Land. Und die ÖVP schafft es nicht, Herr der Lage zu werden?“, schüttelt Stadtparteiobmann Friedrich Dechant den Kopf.

SPÖ-Dechant: "Bürger werden über Jahre hinweg belästigt!"

SPÖ
SPÖ-Stadtparteiobmann Friedrich Dechant und seine Mitstreiter orten in der Unterschriftenaktion der ÖVP bereits den Wahlkampfauftakt.

Die Sozialdemokraten hätten bereits vor einem Jahr einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat eingebracht, mit dem sie auf die Probleme aufmerksam gemacht hatten. Darin wurde die Mehrheitspartei bereits aufgefordert, mit der BH und dem Land NÖ eine Lösung zu finden. „Bürgern kann es passieren, dass sie bei Bauvorhaben schikaniert werden und mit Auflagen schulgemeistert werden, nur Firmen wie die NUA Abfallwirtschaft GmbH können sich alles erlauben und über Jahre hinweg Bürger belästigen. So schaut‘s in Hollabrunn aus“, ist der Stadtparteiobmann verärgert.

Einen „populistischen Schachzug im Vorwahlkampf“ ortet indes Fraktionschef Alexander Eckhardt, der als Breitenwaidinger selbst betroffen ist. „Er (Babinsky, Anm.) will jetzt über das Versagen bei den Verhandlungen hinwegtäuschen.“