Göllersdorf

Erstellt am 02. Dezember 2018, 04:48

von Sandra Frank

Dosenwerfen auf der S 3. Wechselseitige Überholmanöver endeten im Gerichtssaal, weil ein Beifahrer einen Mercedes mit einer Getränkedose beworfen hatte. Richter verhängte Geldstrafe.

Symbolbild  |  Shutterstock/tommaso79

Zwei Autofahrer sollen einander im Juli auf der Weinviertler Schnellstraße S 3, Höhe Göllersdorf, mehrmals überholt haben, bis schließlich ein Beifahrer während der Fahrt eine Getränkedose gegen den anderen Wagen geworfen haben soll.

Der Angeklagte, ein 23-jähriger Badener, bestritt, das getan zu haben. Er sei mit einer Freundin von Tschechien nach Wien zurückgefahren. „Ich bin hinter einem schwarzen Mercedes gefahren, der 70 km/h fuhr“, erklärte die Zeugin. Im zweispurigen Bereich habe sie zum Überholen angesetzt. „Als wir auf gleicher Höhe waren, hat der Fahrer gelacht und Gas gegeben.“

Die Fahrerin habe daraufhin vor dem einspurigen Bereich eine Notbremsung hinlegen müssen. „Dann ist der Mercedes 50 gefahren, die anderen Autos hinter uns haben gehupt“, erinnerte sich die Lenkerin.

Angeklagter: „Hinausgeschmissen habe ich nichts!“

Bei der nächsten Möglichkeit überholte sie den Wagen erneut. „Als wir auf gleicher Höhe waren, habe ich die Scheibe runtergedreht, ihn beschimpft und ihm den Mittelfinger gezeigt“, gestand der Beifahrer. Aber: „Hinausgeschmissen habe ich nichts!“

Das bestätigte die Lenkerin. „Er kann nichts hinausgeschmissen haben, weil es gar keine Dose im Auto gab.“

Der Mercedes-Lenker war mit seiner Frau ebenfalls nach Wien unterwegs. „Auf der Schnellstraße hat mich ein Ford Fiesta überholt. Der Beifahrer hat irgendetwas gedeutet“, erinnerte sich der 51-Jährige. Seine Frau habe dies bemerkt und gefragt, was los sei. „Vielleicht bin ich langsam gefahren“, vermutete der Lenker. Bei einem zweiten Überholmanöver habe ihm der Beifahrer im Ford schließlich den Mittelfinger gezeigt.

Beifahrerin "hatte sehr viel Angst"

Insgesamt habe es drei von diesen gegeben und beim letzten „hat er eine Getränkedose gegen meine Seitenscheibe geworfen“, erinnerte sich der 51-Jährige an einen lauten Knall. Die Scheibe sei auch beschädigt worden. „Ich hatte sehr viel Angst“, sagte die Gattin des Mercedes-Fahrers.

„Der Schaden war nicht vorher schon da, ich habe das Auto zwei Wochen vorher neu gekauft“, betonte der Lenker auf Nachfrage von Richter Erhard Neubauer.

Dieser war schließlich überzeugt, dass der bereits zweifach vorbestrafte Angeklagte tatsächlich eine Getränkedose gegen den Mercedes geworfen hatte und verurteilte den 23-Jährigen zu einer Geldstrafe (960 Euro) sowie zur Begleichung der Reparaturkosten.