Hilfe für Gefährder: Beratungsstelle für Neustart

Verein Neustart öffnete neue Anlaufstelle für Gewaltpräventionsberatung in Hollabrunn.

Erstellt am 21. Oktober 2021 | 05:13
Lesezeit: 2 Min
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Alexander Grohs ist beim Verein Neustart als Leiter für NÖ und das Burgenland zuständig.
Foto: Verein Neustart

„Wir planen, ab spätestens November im Regelbetrieb in der neuen Stelle in Hollabrunn zu arbeiten“, kündigt Alexander Grohs, Leiter des Vereins Neustart für Niederösterreich und das Burgenland, die neue Anlaufstelle für Gewaltpräventionsberatung an. Durch die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes per 1. September dieses Jahres „müssen Gefährder, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wurde, an einer sechsstündigen Gewaltpräventionsberatung in einer Beratungsstelle für Gewaltprävention teilnehmen“.

Hollabrunn komplettiert die restlichen sieben bereits in NÖ angesiedelten Beratungsstellen. Die Auswahl sei strategischen Vorgaben gefolgt, betont Grohs und bedeute keineswegs, dass der unmittelbare Bedarf in Hollabrunn derart hoch sei. Die öffentliche Anbindung und die Ausrichtung nach Ballungsräumen seien entscheidende Kriterien gewesen.

In der Einrichtung, die am Hauptplatz 12 Quartier bezogen hat, werden sich drei Mitarbeiterinnen um die verpflichtende Beratung kümmern. Die Lage verspreche Synergie-Effekte, so Grohs, da bereits andere soziale Einrichtungen vor Ort seien. Der Verein Neustart deckt unter anderem auch die Bereiche Bewährungshilfe, Tatausgleich und Hilfe für Opfer ab.

Nach der neuen Bestimmung hat der „Gefährder“ fünf Tage Zeit, sich mit einer Beratungsstelle in Verbindung zu setzen, um dann binnen 14 Tagen einen Termin zu vereinbaren. Andernfalls würden die Sicherheitsorgane von der Nichtmeldung informiert. Es betreffe jedoch nur eine Minderheit, die sich dem Angebot verweigert, weiß Grohs und betont wie wichtig es ist, diesen – zumeist – Männern schon kurze Zeit nach dem Geschehen habhaft zu werden. Da sei die Chance auf Schuldeinsicht oder gar die Scham wegen der Tat noch unmittelbarer.

„Hat sich einiges zum Positiven geändert“

Für einen Ausdruck gestiegener Gewalt in der Gesellschaft hält er die neue Regelung nicht. Vielmehr sei die Bereitschaft gestiegen, nicht mehr zu schweigen und wegzusehen, wenn Gewalt im eigenen Umfeld passiert. „Da hat sich einiges zum Positiven geändert“, sagt Grohs im Gespräch mit der NÖN.

Ziel der Beratung ist die Vermeidung einer Wiederholungstat. Grohs rechnet mit 50 bis 70 zusätzlichen Klienten aus den Bezirken Hollabrunn und Horn pro Jahr.