Hilferuf für die Kulturszene: Gemeinde soll helfen. Hollabrunn: Weniger Abgaben, kostenlose Saalnutzung? Ausschuss berät über Hilfeleistungen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:01)
Der Stadtsaal soll Kulturschaffenden vorübergehend ebenso gratis zur Verfügung stehen wie der Sparkassenfestsaal und der Regionenshop.
NÖN

Einstimmig beschlossen wurden in der letzten Gemeinderatssitzung zahlreiche Subventionen an Sport-, Kultur- und sonstige Vereine in Höhe zwischen 100 und 4.000 Euro. Die Grünen stellten zu dieser Thematik einen Zusatzantrag, in dem es um besondere Unterstützung der Kunst- und Kulturszene in der Gemeinde Hollabrunn ging.

Der Kulturbetrieb befinde sich seit letztem März in einem Ausnahmezustand. Die Branche leide unter starken Einbußen, die Künstler würden mit dem Kontaktverlust zu ihrem Publikum hadern, leitete Grünen-Gemeinderätin Gabriele Bodei ein.

Es sei deshalb wichtig, den Kulturtreibenden und Kulturbetrieben unterschiedliche Möglichkeiten und Plattformen zu bieten, um auf sich aufmerksam zu machen. Ebenso gehe es darum, ihnen in der Zeit nach Corona finanziell unter die Arme zu greifen.

Die Grünen stellten daher einen Antrag, der vier Punkte umfasste: Stadtsaal, Sparkassenfestsaal und Regionenshop sollen in Lockdown-Zeiten gratis für Ton- und Videoaufnahmen bzw. Live-Streamings zur Verfügung stehen; auf der Homepage der Stadtgemeinde Hollabrunn soll es Verlinkungen zu den Kulturschaffenden geben, die entsprechend verlautbart und beworben werden; die Stadtgemeinde soll den Kulturbetrieben in ihren Druckwerken die Möglichkeit bieten, auch die Online-Veranstaltungen zu bewerben; und: Wenn Veranstaltungen wieder erlaubt sind, soll nur die halbe Lustbarkeitsabgabe in Rechnung gestellt werden.

Für ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky waren diesbezüglich jedoch noch Vorbesprechungen erforderlich. „Es ist nicht abschätzbar, wovon wir da gerade reden.“ Es müsse „zeitnah und unkompliziert“ gehandelt werden, entgegnete Bodei.

Letztlich wurde einstimmig beschlossen, die Angelegenheit in den zuständigen Kulturausschuss zu verweisen – mit der Bedingung, dass noch im Jänner eine diesbezügliche Sitzung abgehalten wird. Diese fand am vergangenen Montag statt – dem Vernehmen nach aber noch ohne konkrete Ergebnisse.

Somit bleibt vorerst nur das Fazit des Antrags: „Kultur hat einen bedeutenden gesellschaftlichen Wert, der für Freude und Genuss, aber auch für Bildung und Horizonterweiterung steht und einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Zufriedenheit leistet. Die Kultur braucht ein Publikum, das Publikum braucht die Kultur.“

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