Hinein in die „Zwiebelschale“: Fit im Winter

Mit der richtigen Kleidung ist Bewegung im Freien bei nahezu jedem Wetter zu empfehlen, sagt Experte Gunther Leeb aus Hollabrunn.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:28
Lesezeit: 2 Min
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Klein, aber fein. Als einziges Skigebiet im Weinviertel ist der Fahndorfer Berg bekannt – dank des Skiclubs Hollabrunn mit Obmann Fritz Weiß, der zur Stelle ist, wenn die Witterung eine Präparierung zulässt.
Foto: Skiclub, Leeb

„Körperliche Aktivität ist gerade jetzt in der kalten Jahreszeit und nicht zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie einer der wesentlichen Punkte, um unsere Leistungsfähigkeit und das Immunsystem zu verbessern“, sagt Gunther Leeb. Der Sportmediziner ist Mastermind des Hollabrunner Motorikparks und betont: „Es gibt kein einziges Medikament, das so viele positive gesundheitliche Effekte hat wie regelmäßiges körperliches Training.“

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„Körperliches Training schlägt jedes Medikament“, sagt Gunther Leeb.
Foto: Skiclub, Leeb

Wer sich zum neuen Jahr mehr Bewegung vorgenommen hat, sollte die Regelmäßigkeit als wichtigstes Prinzip beachten: „Man sollte pro Woche – und zwar wirklich jede Woche im Jahr – zwei bis drei Bewegungseinheiten einplanen, sonst gibt es keine langfristigen Effekte.“ Keinesfalls sollte aber bei bisher Untrainierten mit täglichem Training begonnen werden. „Das überfordert den Körper und man wird dann sehr rasch wieder die Trainingseinheiten beenden.“

Pro Bewegungseinheit sollten 20 bis 30 Minuten eingeplant werden: Ergometertraining zu Hause, langsames Laufen, Spazierengehen oder Nordic Walking seien die besten und einfachsten Möglichkeiten im Winter. Dabei, so Leeb, sollte man leicht außer Atem kommen, damit Trainingseffekte entstehen.

Was, wenn es klirrend kalt draußen ist? „Grundsätzlich kann man bei guter Kleidung nahezu bei jeder Temperatur draußen Bewegung machen“, sagt der Mediziner. Wichtig sei aber, bei jedem (auch kleineren) Infekt zu pausieren, bis die Erkrankung komplett abgeklungen ist. Patienten mit kälte-empfindlichem Bronchialsystem sollten im Winter hauptsächlich auf Indoor-Training setzen.

„In der Sportstadt hat sich viel getan“

Die Kleidung sollte aus mehreren dünnen Schichten bestehen, „Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip“, wie es in der Sportphysiologie heißt: ganz an der Haut anliegend ein dünnes atmungsaktives Funktions-Shirt, darüber ein etwas dickeres Fleece-Polo und bei feuchtem Wetter darüber noch eine wasserabweisende Jacke.

„Bei längeren, intensiven Trainingseinheiten, etwa Skitouren, sollte man eventuell noch ein weiteres Funktions-Shirt zum Wechseln mitnehmen“, so Leeb.

Und welche Tipps hat der Hollabrunner Sportarzt für Bewegung in seiner Heimatregion? „Erfreulicherweise hat sich gerade in den letzten Jahren sehr viel getan in der Sportstadt Hollabrunn“, sagt Leeb. Der Kirchenwald mit dem neugestalteten Waldlehrpfad lade jederzeit zu einem längeren Waldspaziergang oder Waldlauf ein, „vielleicht mit dem Ziel, die renovierte und erweiterte Koliskowarte zu besteigen“. Weit über die Bezirksgrenzen hinaus seien auch die Skipisten in Fahndorf bekannt – „und ich bin sicher, dass Skiclub-Obmann Fritz Weiß bereits in den Startlöchern steht, um die Schneekanonen anzuwerfen“, schmunzelt Leeb.

Der vergrößerte Eislaufplatz in der Bezirkshauptstadt sei gerade für Kinder eine tolle Möglichkeit, einen Winternachmittag körperlich aktiv zu erleben: „Ich habe das bereits mehrfach mit der Familie ausprobiert.“

Und nicht zuletzt verweist der Mediziner auf das Erfolgsprojekt „Motorikpark“, das Familien aus ganz Niederösterreich und Wien nach Hollabrunn führt. Der Motorikpark ist mittlerweile ganzjährig geöffnet und bietet eine kostenfreie Möglichkeit für ein umfassendes und spielerisches Training aller motorischen Grundeigenschaften.

„Bei diesem abwechslungsreichen Angebot gibt’s daher auch im Winter in Hollabrunn keine Ausrede mehr“, lacht Leeb.

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