Auf Spuren alter Mühlen: Partnerstadt lud zur Tour. Hollabrunner Delegation wurde in Holíč von slowakischen Partnern empfangen.

Von Elisabeth Schöffl-Pöll. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:32)
Ein slowakisches Bier in Ehren kann niemand verwehren: Eva-MariaAtzler, Elisabeth Schöffl-Pöll undOtto Schöffl.
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Im Zuge des groß angelegten Austauschprogramms zwischen den Partnerstädten Hollabrunn und Holíč war für Mitte Oktober eine bestens vorbereitete Mühlenakademie in der Alten Hofmühle Hollabrunn für die slowakische Abordnung geplant, die coronabedingt abgesagt werden musste. Die Reise der Hollabrunner Abordnung in die Slowakei aber konnte Ende September durchgeführt werden. Sie trug das Motto „Auf den Spuren alter Mühlen“.

Daher war auch Mühlenprofessor Otto J. Schöffl mit von der Partie, die von den Projektmanagerinnen Eva-Maria Atzler und Mara-Margarete Pfaffeneder angeführt wurde. Auch Wolfgang Sovis, Spezialist für Projektentwicklung, unterstützte das Weinviertler Team, das von Dolmetscherin Denisa Viteková bestens informiert wurde.

Festlicher Empfang

In Holíč wurde ein festlicher Empfang geboten. Nach obligater Bierverkostung standen die Besichtigung der kaiserlichen und königlichen Hengststation, die 2001 rekonstruiert worden war, und der Besuch der vorromanischen Kapelle der Hl. Margita von Antiochien auf dem Programm. Die Entstehung der Kapelle, die derzeit generalsaniert wird, wird ins 9. Jahrhundert datiert.

Spektakulär war der Besuch der Ruine der ehemaligen Königsburg Korlátko aus der Mitte des 13. Jahrhunderts inmitten bewaldeten Terrains westlich der Kleinen Karpaten. Sie erstreckt sich auf einem Felsvorsprung 455 Meter über dem Meer. Stolz waren die Slowaken, in die Tradition des Bierbades einführen zu können.

Am zweiten Tag wurde die erste Mühle besichtigt, die im Habanerhof in Sobotište untergebracht ist. In der Denkmalzone mit 47 Objekten war das erste Bauobjekt des Habanerhofes ebendiese Mühle, um sie herum wurden die restlichen Bauten errichtet. Heute ist sie ein Museum.

Der nächste Punkt galt der Besichtigung der nicht mehr funktionstüchtigen Mühle in Podbranč. Die letzte Müllerin lebt dort nahezu autark. Das Gebäude ist seit 1913 im Besitz ihrer Familie. Mühlenprofessor Otto J. Schöffl erklärte in dem mehrstöckigen Gebäude die Funktionen einer Mühle.

Holíč und Hollabrunn vereint. Die Weinviertler freuen sich bereits darauf, ihrerseits bald ihre Heimat und dieGeschichte der 23 ehemaligen Hollabrunner Mühlen präsentieren zu können.
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Der Nachmittag führte die Reisenden in eine Kaffeerösterei in Senica und später in das einzigartige 217 Hektar große Spitzen-Golfressort Penati (36 Loch). Den Abschluss des Tages bildete der Besuch der Škodáček-Mühle in Senica. Seinerzeit befanden sich in der Nähe vier Mühlen, heute ist nur noch eine einzige erhalten. Sie weist drei Stockwerke auf und wurde von Peter Pivák erworben, der sich des Gebäudes und der Mahlgeräte liebevoll annimmt. Er veranstaltet auch Ausstellungen und empfängt Schulklassen.

Hier erklärte Otto J. Schöffl wiederum die Funktionen der bestens erhaltenen und betreuten Mühle.

Am dritten Tag besuchte die Gruppe die Wassermühle in Skalica. Sie ist für die Öffentlichkeit zugänglich und sehr gut erhalten. Und nach einem erfolgreichen Aufstieg auf den Turm der Michaelskirche konnten alle einen Blick auf den dreieckigen Hauptplatz werfen.

Zurück in Holíč stand eine Besichtigung des Schlosses auf dem Programm, das schon im 11. Jahrhundert als hölzerne Wasserburg bestand. Es ist dies das Schwesternschloss von Schloss Hof im Marchfeld.

Am Nachmittag stattete man noch der Windmühle, einer der ältesten deutscher Art, und dem Aussichtsturm einen Besuch ab. Die Objekte sind Pilotinvestitionen des Interreg-Projekts „SK-AT Visio V305“.

Alles in allem bemühten sich die slowakischen Verantwortlichen des Interreg-Projektes „Visio“, den Weinviertler Partnern die kulturhistorische Bedeutung der Mühlenlandschaft ihres Landes nahezubringen. Diese wiederum freuen sich darauf, bald ihre Heimat und die Geschichte der 23 ehemaligen Hollabrunner Mühlen präsentieren zu können.