Home-Learning: „Wichtig, Schüler nicht zu überfordern“. Auch beim E-Learning müssen Schüler daran erinnert werden, ihre Aufgaben zu erledigen - dann eben virtuell. Der neue Leiter der Polytechnischen Schule, Gerald Weihs, hat bereits einige Jahre Erfahrung mit dem Lehren via Online-Kanäle.

Von Sandra Frank. Erstellt am 01. April 2020 (20:02)
Gerald Weihs weiß genau, wo er seine Schüler findet, wenn sie nicht auf seine E-Mails mit Arbeitsblättern reagieren: Er nutzt Instagram und Facebook zur Kontaktaufnahme.
Weihs

Was für Gerald Weihs seit etwa zwei Jahren zum schulischen Alltag gehört, wurde für viele seiner Berufskollegen erst in den vergangenen Wochen zur Realität: Lehrinhalte online zu vermitteln.  

„The White Classroom“, der YouTube-Kanal, den der nunmehrige Leiter der berufsgrundbildenden polytechnischen Schule (PTS) betreibt, zählt über 1.000 Abonnenten und über 200.000 Seitenaufrufe. „Seit der Coronakrise sind es im Schnitt 2.500 Seitenaufrufe pro Tag“, berichtet Weihs. Auf diesem Kanal erklärt der Hollabrunner Pädagoge die Geheimnisse der Mathematik.

Kontaktaufnahme via Instagram und Facebook

Für ihn ist seit einigen Jahren klar, dass Lehrer ihre Schüler dort abholen müssen, wo sie sich „herumtreiben“, nämlich nicht zuletzt im Internet. Und so nutzt er jetzt, wo die Schüler online unterrichtet werden, mit Instagram und Facebook weitere Plattformen, um seine Schüler zu erreichen.

„Arbeitsblätter und andere Unterlagen verschicke ich weiterhin per E-Mail“, erläutert Weihs. Facebook und Instagram dienen ihm lediglich zur Kontaktaufnahme. „Dort sind sie die ganze Zeit, ihre Mails checken die Schüler nicht so häufig“, erzählt der Pädagoge aus seiner Erfahrung. Darum schreibt er die Jugendlichen ebendort an und erinnert sie an ihre Arbeitsblätter. Zu jenen in Mathematik kommt auch der entsprechende Link des YouTube-Kanals dazu. "Da hab' ich es ja leicht", schmunzelt er.

„Es ist wichtig, die Schüler nicht zu überfordern“, warnt er, den Jugendlichen zu viel Stoff zuzumuten.

Schrecklichstes Wort überhaupt: "Coronaferien"

Wie das „Home-Schooling“ bis jetzt läuft? Wie in der Klasse: „Es gibt die Strebsamen, die schnell fertig sind; und die, von denen du die ganze Woche nichts hörst. Es gibt immer schwarze Schafe, ganz unabhängig vom Medium.“

Das derzeit „schrecklichste Wort überhaupt“ ist für Weihs „Coronaferien“. Denn auch wenn der Unterricht nicht im Klassenraum stattfindet, werde dennoch Wissen vermittelt, Stoff vertieft. „Für meine eigenen Kinder ist am Vormittag Schule“, betont der Familienvater.