Hundezone als Herd der Unzufriedenheit. Auch wenn die Auslaufzone wieder benutzbar ist, ein Hundebesitzer redet Tacheles. Stadtrat Karl Riepl kontert.

Erstellt am 01. August 2018 (03:56)
Sandra Frank
Eine Woche war die Hollabrunner Hundezone gesperrt – nicht das erste Mal in diesem Jahr. Das ärgert Hundebesitzer.

Hanspeter Wenzl benutzt mit seinem Rigo, einem 75-Kilo-Leonberger, gerne die Hundeauslaufzone, die zu seinem Verdruss vergangene Woche erneut gesperrt war. Der Hollabrunner macht den Verantwortlichen Vorwürfe.

NÖN
Sascha Bauer versteht den Unmut der Hundebesitzer.

Der stark giftige Gemeine Stechapfel – er kann Benommenheit, Krämpfe, Unruhe oder Sehstörungen auslösen – wucherte am Hundeplatz. Der Samen sei in neuer Erde eingeschleppt worden, mit welcher Schäden ausgebessert wurden, wie Karl Riepl als zuständiger Stadtrat gegenüber der NÖN erklärte. Nach einwöchiger Sperre wurde das Areal am vergangenen Freitag wieder geöffnet. Der Stechapfel wurde abgemäht und geflämmt, nachdem Rat bei einem Fachmann eingeholt worden war.

„Das war der letzte Dreck an Erde, die hätte eigentlich entsorgt gehört“, wetterte Wenzl, der die Sperren leid ist. „Dass in der Erde der Samen des Stechapfels war, hat niemand wissen können“, stellt sich Riepl vor seine Leute im Bauhof. Die Erde stamme von der Gemeinde. Auch den Vorwurf, dass die Gemeinde weder gewalzt noch gegossen hätte, weist der VP-Stadtrat zurück: „Das stimmt nicht; wir haben den Grassamen eingewalzt und gegossen.“

„Sie müssen auch die Hundebesitzer verstehen, die Hundesteuer zahlen und das einfach anders interpretieren.“Sascha Bauer

Für Wenzl ist die Hundeauslaufzone generell ein Stiefkind der Gemeinde. „Die letzte Sanierung hätte zwei Wochen dauern sollen. Am Ende waren es sechs ...“ Diesen Umstand erklärt Riepl mit der Trockenheit und: „Es hat auch nicht unbedingt geholfen, dass einige Hundebesitzer die Zone vorab schon wieder benutzt haben.“

NOEN
Karl Riepl gibt Entwarnung: Die Hundezone ist seit Freitag wieder geöffnet.

Gemeinderat Sascha Bauer (Liste Scharinger) kennt das Leid der Hundebesitzer. Der Initiator der Zone will glauben, dass es sich um unglückliche Umstände handelte, aber: „Sie müssen auch die Hundebesitzer verstehen, die Hundesteuer zahlen und das einfach anders interpretieren.“ Er wundert sich, dass „etwas so Simples wie eine Hundezone zum Unzufriedenheitsherd“ werden kann und meint: „Hätte ich mehr politische Verantwortung, gäb’s andere Ergebnisse.“

Übrigens: Hanspeter Wenzl wünscht sich ein doppeltes Tor für die Hundezone, damit Vierbeiner beim Eintreffen eines Gefährten nicht so leicht ausbüxen können.