Erstellt am 17. Dezember 2014, 07:03

von Sandra Frank

Jetzt ist die Jugend am Zug. Neues Jugendheim / Der Schlüssel ist übergeben, jetzt muss noch in die Hände gespuckt werden. Denn Silvester soll bereits im ehemaligen ÖBB-Magazin gefeiert werden.

Schlüsselübergabe fürs Jugendheim, das von den Jugendlichen selbst verwaltet wird: Klaudia und Diana Öller, Klara Ruf, Jakob Raffel und Stefan Kothmeier.  |  NOEN, Frank
„Vielen Menschen sind die Ausgaben der Parteien für Wahlgeschenke ein Dorn im Auge“, sagt SPÖ-Fraktionsführer Werner Gössl. Darum investierten die Hollabrunner Sozialdemokraten ihr angespartes Geld in den Ausbau und Betrieb eines Jugendheims und verzichten auf „billige Wegwerfartikel“. Vergangene Woche fand die Schlüsselübergabe an die Jugendlichen statt.

Innerhalb von fünf Wochen wurde das ehemalige ÖBB-Magazin neben dem Bahnhof so weit hergerichtet, dass die Jugendlichen nun selbst Hand anlegen können. „Jetzt können wir endlich mit dem Ausmalen beginnen“, freut sich Diana Öller auf den Arbeitseinsatz.

Facebook-Gruppe soll wachsen

„Wir haben eine Facebook-Gruppe gegründet, da sind um die 20 Mitglieder dabei, aber es werden sicherlich noch mehr Jugendliche“, sagt die Hollabrunnerin. Denn ins Jugendheim darf jeder kommen. Öller hat gemeinsam mit Klara Ruf und Stefan Kothmeier die Organisation übernommen, betont aber: „Wir sind alle gleichberechtigt.“

Eine Couch samt Tisch haben die Jugendlichen bereits bekommen, auch eine Bar ist geplant. „Wir sind noch auf der Suche nach einer Küche. Wenn jemand eine übrig hat, dann immer her damit“, schmunzelt die 17-Jährige. Silvester soll schon in den neuen Räumlichkeiten gefeiert werden.

Von der Infrastruktur her sollte das kein Problem sein, sagt Stadtrat Jakob Raffel, der die Schlüsselübernahme innehatte. Strom und Heizung sind in Betrieb, die WC-Anlagen ebenfalls, die Böden sind großteils verlegt.

Jugendheim-Zugang durch Chipsystem geregelt

Die SPÖ übernimmt die Miete für das etwa 200 Quadratmeter große Gebäude für die nächsten fünf Jahre. „Den Rest müssen die Jugendlichen selbst verwalten.“ Durch ein Chipsystem ist der Zutritt zum Jugendheim, für das noch ein Name zu finden ist, geregelt.

„Bisher haben wir uns immer daheim getroffen“, erzählt Öller, dass es keine Möglichkeit gab, sich zu treffen, ohne etwas konsumieren zu müssen. Im Jugendtreff am Messegelände waren Diana und ihre Freunde noch nie. „Zum einen, weil es fixe Öffnungszeiten hat.“ Am Mittwochabend hätte kaum einer Zeit.

Was sie aber am meisten stört: „Dort werden wir betreut. Kein Jugendlicher will das.“ Denn unter Aufsicht von Sozialarbeitern könnten die Jugendlichen nicht sie selbst sein.

Große Freude über eigenes Reich

Die Freude über ihr eigenes Reich ist den Jugendlichen anzusehen. Sie haben bereits Pläne, wie ausgemalt werden soll. Von anderen Jugendeinrichtungen haben sie sich abgeschaut, wie ein Putzplan eingehalten wird.

„Einmal in der Woche ist jemand zuständig fürs Saubermachen“, sagt Öller. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen. „Wir bekommen die Räume zur Verfügung gestellt. Da wollen wir sicher nicht, dass sie versandeln.“