Kainrath-Rechtsstreit setzt sich fort. Hollabrunner Autohaus-Chef ließ Frist von Anwaltsschreiben verstreichen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 01. August 2018 (04:18)
NOEN, NÖN
Rudolf Kainrath 

Landesprüfungsstelle, Bundesinnungsmeister, Landesinnungsmeister. Alle stecken sie unter einer Decke, um ihm zu schaden, sagt Autohaus-Seniorchef Rudolf Kainrath. Er ist, wie bereits berichtet, wild entschlossen, die aus seiner Sicht üblen Machenschaften aufzudecken und strebt ein Strafverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Missbrauch der Amtsgewalt und schweren Betrugs an. Allerdings hat er nun auch selbst ein Schreiben des Anwalts von Bundesinnungsmeister Fritz Nagl erhalten. Dieses lasse er unbeantwortet, stellt Kainrath im NÖN-Gespräch klar.

Kainrath soll 4.500 Euro wegen Ehrenbeleidigung zahlen

Der Wiener Rechtsanwalt Johannes Öhlböck forderte von Kainrath wegen Ehrenbeleidigung und übler Nachrede die Zahlung von 4.500 Euro, den Kostenersatz für seine Kanzlei sowie die Unterfertigung einer Unterlassungserklärung. Nur in diesem Fall würde er keine gerichtlichen Schritte einleiten. Kainrath ließ die Frist vergangene Woche verstreichen.

Öhlböck wirft dem Autohaus-Chef konkret Aussagen auf einem Internet-Portal vor, wonach der Bundesinnungsmeister bewusst Fahrzeuge manipuliere und ein Betrüger sei. Alle erwähnten Aussagen seien unwahr und geeignet, seinen Mandanten in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen. Im Falle der Verurteilung wegen Verleumdung drohe eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

„Mich kann man nicht umbringen! Ich will Fairness!“

Kainrath beeindruckt das wenig. „Mich kann man nicht umbringen, ich habe so viele Reserven und stelle mich für die schwächeren Autohändler ins Kreuzfeuer. Ich will Fairness“, sagt er. Sein Rechtsanwalt Adrian Hollaender werde alles aufdecken. Die Beweislast liege auf der Hand.

Wie berichtet, will der Hollabrunner mit zwei zurückgekauften Autos nachweisen, dass bei Gutachten geschummelt wurde. Die Fahrzeuge will er deshalb sogar im Technischen Zentrum München untersuchen lassen.

Durch die gezielten Aktionen gegen ihn habe er für mehrere Monate seine Prüfstelle verloren und seinen Mitarbeiterstab von 20 auf fünf reduzieren müssen, schildert Kainrath.

Landesabteilung ortet „fehlende Einsicht“

NÖN
Rudolf Kainrath zeigt den völlig verrosteten Auspuff eines Wagens, der von einem seiner vermeintlichen Widersacher ein Pickerl erhalten hatte.

In der zuständigen Abteilung der Landesregierung („Technische Kraftfahrzeugsangelegenheiten“) stellt deren Leiter Georg Hönig indes auf NÖN-Anfrage klar: „Die Mitarbeiter der Abteilung WST8 des Amtes der NÖ-Landesregierung führen ihre Tätigkeiten und Aufgaben im Rahmen des gesetzlichen Auftrages aus. Es ist dabei nicht auszuschließen, dass sich daraus ergebende Rechtsfolgen von Bürgern als unangenehm wahrgenommen werden und wegen fehlender Einsichtigkeit nicht akzeptiert werden.“

Nach NÖN-Recherchen wurde jedenfalls eine in diesem Zusammenhang ans Justizministerium gerichtete Eingabe an die Oberstaatsanwaltschaft Wien weitergeleitet. Dort war wiederum zu erfahren, dass sich die Staatsanwaltschaft Krems mit dem Sachverhaltskomplex befassen werde. Franz Hütter, Sprecher der Staatsanwaltschaft Krems, erklärte am Dienstagvormittag: „Bei uns ist aktuell nichts anhängig.“