Nach Einbrüchen: Haftstrafe für Gauner-Duo. Volksbank, Postbus-Garage und Fahrzeuge in Weinviertel waren Ziele von zwei „Profis“.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 26. Februar 2021 (04:43)
Die Volksbank in Hollabrunn war ein Ziel der beiden Polen, die sich wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls und Einbruchs sowie Betrugs verantworten mussten.
NÖN-Archiv

Zwei polnische Staatsbürger waren vor einem Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg angeklagt, am 9., 12. und 13. November des Vorjahres in Korneuburg und Hollabrunn auf Diebestour gewesen zu sein. Die aufgebrochenen Kellerabteile in Korneuburg gaben die Angeklagten, 21 und 46 Jahre alt, ebenso zu wie den Diebstahl einer Kreditkarte, einen Einbruch in die Hollabrunner Postbus-Garage und aufgebrochene Fahrzeuge der Baufirma Aichinger.

Kniffliger war der Einbruch in die Hollabrunner Volksbank am 12. November. Die Verteidiger Thomas Stenitzer und Ernst Summerer argumentierten für ihre Mandanten, dass diese bei ihrer Tat nicht wussten, dass es sich um eine Bank handelte.

Einserfrage: Woran erkennt man eine Bank?

Der Grund der Argumentation lag in der Höhe des Strafmaßes, das im Wissen, in eine Bank einzubrechen, bei bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe liegt.

Also beschäftigten sich der Schöffensenat und die vorsitzende Richterin Lydia Rada vornehmlich damit. Sowohl der 21-jährige Schlosser als auch der 46-jährige Maler wähnten sich in irgendeinem Büro, wie sie aussagten, da sie von der Hinterseite der Bank in das Gebäude eingebrochen waren. Den Tresor unter dem Schreibtisch hätten die beiden aber schon bemerkt, bohrte Rada auch anhand des Überwachungsvideos nach. Eine befriedigende Antwort auf die Frage, mit welcher Beute sie in dem Panzerschrank gerechnet hätten, erhielt sie nicht. 400.000 Euro hätten in dem Tresor gewartet, den die zwei Polen allerdings nicht knacken konnten.

Also musste ein 45-jähriger Angestellter der Volksbank dem Gericht Auskunft geben, ob man in den hinteren Büroräumlichkeiten den Bankcharakter erkennen könnte. Er schilderte die ausgehängten Volksbank-Plakate und erwähnte, dass sich ein Münzzähler in einem der Räume befindet. Bei der Dolmetscherin versicherte sich Rada, dass Bank auf Polnisch ebenfalls „Bank“ heißen würde, was diese bejahte.

Letztendlich konnte sich die Verteidigung mit ihrer Strategie nicht durchsetzen. Die mangelnde Glaubwürdigkeit mochte auch mit der „sehr trüben Vergangenheit“ der Angeklagten zu tun haben. Der 21-Jährige hatte bereits drei einschlägige Vorstrafen vorzuweisen, der 46-Jährige zehn Jahre in Haft und insgesamt 15 Verurteilungen. Zuletzt wurde er in Abwesenheit am 14. November 2020, unmittelbar nach der Diebestour in Hollabrunn, von einem polnischen Gericht erneut verurteilt.

Vom Schöffensenat in Kor-neuburg wurde der Jüngere zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der Ältere zu dreieinhalb Jahren.